Schlagwort-Archive: Menschenrechte

Schünemann, ein Name, den man sich merken sollte

Der Innenminister Niedersachsens, Schünemann, droht „islamistischen Gefährdern“ mit Computerverbot. Dabei stellt sich einem nicht nur die Frage, wie man jetzt „islamistische Gefährder“ ausreichend sicher erkennt, außer vielleicht durch Gentests (aber die darf man ja leider auch immer noch nicht flächendeckend durchführen). Nein, die Frage ist viel mehr, warum man die „islamistischen Gefährder“ nicht direkt aus dem Verkehr zieht. So ein Quatsch, warum sollte man denen nur Kommunikationsmöglichkeiten einschränken? Was hat man davon? Nein, beide Hände müssen ab, damit der Bombengürtel nicht mehr zu gemacht werden kann. Das reduziert die Gefahr von Anschlägen doch viel Effektiver. Wir befinden uns immerhin in einer akuten Bedrohungslage, da kann man auf solche idealistischen Ideen wie „Menschenrechte“ und andere Ideen der eh nur poppenden Blumenkinder keine Rücksicht mehr nehmen. Am besten sperrt man die eh gleich mit weg. Vor 40 Jahren mag FlowerPower ja noch witzig gewesen sein, aber die Hampelmänner und -frauen kann sich doch heute keiner mehr ansehen.

Ich denke den Namen „Schünemann“ sollten sich vernünftige Leute merken, wenn sie es in der Zensur-Ursula-Debatte nicht eh schon getan haben. Da kann man nur hoffen, dass die „breite Unterstützung“, die er erwartet, den gleichen merkwürdigen Hirnwindungen entspringt und einfach ausbleibt.

Homosexuelle in Schulbüchern und warum Gleichberechtigung von Frauen in Deutschland wahrscheinlich nie „normal“ wird

In den Niederlande sollen Homosexuelle Eltern in Schulbüchern auftauchen. Dabei geht es nicht darum, dass gezielt über Homosexualität aufgeklärt wird, sondern, dass sie als Alltagsbeispiele, zum Beispiel in Rechenaufgaben, auftauchen [1].

Natürlich ärgern sich die Konservativen und manche Kirche darüber schwarz. So schön allein das auch mit anzusehen ist, ist es nicht der Hauptgrund, dass die Idee von Homosexuellen als natürliche Beispiele positiv ist. Nur, wenn Homosexualität als völlig normal behandelt wird, können die Kinder lernen damit besser umzugehen, als ihre Eltern und Homosexuelle und Homosexuelle Paare (oder deren Kinder) tatsächlich irgendwann als „normale“ Menschen behandeln.

In dieser Hinsicht muss ich sagen, dass ich den Kampf der Feministen in Deutschland, um explizite Erwähnung des Geschlechts bei jeder Gelegenheit, nie verstanden habe. Immerhin kommt „Diskriminierung“ vom lateinischen Wort discriminare für trennen und unterscheiden.[2] Wer also diskriminiert muss als aller erstes einen Unterschied machen. Diesen dann im Kampf gegen die Diskriminierung als doofe mögliche Endsilbe „/innen“ (oder gar mit großen I „Innen“) in der Sprache zu verankern halte ich für sehr kontraproduktiv.

Meiner Meinung nach wäre es besser gewesen sich den Zugang zu verschlossenen Berufsgruppen zu erkämpfen und dann darauf zu warten, dass der Plural für die entsprechenden Berufsbezeichnungen als geschlechtsneutral empfunden wird, rein vom Sprachgefühl her. Ich bin der Auffassung, dass so etwas ziemlich schnell passiert wäre. Bei mir ist das zum Teil sogar schon der Fall. Bei vielen „männlichen“ Pluralformen von Berufen (z.B. Bäcker, Metzger, Verkäufer, usw.) denke ich nicht an eine Gruppe von Männern, sondern eben an eine Gruppe Männern und Frauen. Schwieriger ist es bei Bauarbeitern, da stell ich mir tatsächlich Männer vor (mit Kastenbier und johlend ;)).

Durch das krampfhafte anhängen von „Innen“ aber, wird die Erinnerung an die Diskriminierung von Frauen sprachlich zementiert und Gleichberechtigung nie als völlig natürlich und „normal“ empfunden werden.