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Angewandte Meinungsfreiheit

Ich durfte letzte Woche eine Dienstreise nach Norwegen unternehmen. Neben ein paar Bauchschmerzen, weil mir an anderer Stelle wichtige Zeit verloren geht, fand ich es eher doof, dass die Norweger noch immer keinen Euro haben, sondern mit norwegischen Kronen zahlen. Geld während einem Auslandsbesuch in eine fremde Währung umzutauschen bedeutet fast zwangsweise, dass vor der Rückreise noch Geld “über” ist. Dieses übrige Geld wird von mir meistens auf dem Flughafen in Nahrungsmittel eingetauscht, was in mehrere Hinsicht nicht optimal ist.

Das Geld, was ich überhatte.

Auf meinem Hinflug nach Norwegen habe ich im Lufthansa-Boardmagazin von der Lufthansa HelpAlliance gelesen und den Spendenumschlag gesehen. Die Aktion hat mir direkt sehr gefallen. Die Idee dabei ist, dass Flugbegleiter der Lufthansa Spenden annehmen und das in jeder Währung in Scheinen und Münzen. Das ganze geht dann noch in “ausgewählte” Projekte, bei denen auf Nachhaltigkeit geachtet werden soll. Das klang mir direkt als eine viel lohnendere Investition als Süßkram, der eh nur zu Speck auf meinen Hüften führt! Also habe mir vorgenommen auf dem Rückflug meine übrigen norwegischen Kronen zu spenden und war daher beim ersten Umtauschen auch etwas großzügiger und während dem Rest der Reise eher sparsam. Immerhin wollte ich doch etwas über behalten um dieses tolle Projekt zu unterstützen.

Nun ging ich mit norwegischen Kronen in der Tasche und freudiger Erwartung an Board meines Rückflugs von Oslo nach Frankfurt. Kurz vor der Landung wollte ich dann endlich meine gute Tat vollenden und griff zu der Plastikhülle, in der Boardmagazin und Sicherheitsanwiesungen aufbewahrt werden und in der sich auf dem Hinflug auch der Umschlag für die HelpAlliance befand. Doch diesmal gab es keinen Umschlag. Auch nach hektischem durchblättern des Magazins ließ sich nichts auffinden. Nach der Landung wartete ich bis meine Sitznachbarn weg waren und suchte in deren Boardmagazin in der Hoffnung, dass mein Umschlag nur verloren gegangen war oder nach der Nutzung durch den letzten edlen Spender noch nicht nachgefüllt wurde, doch auch dort gab es keine Umschläge. Ich fragte beim Boardpersonal nach, welches mir mit bedauern bestätigte, dass sich wohl keine Spendenumschläge an Board gehabt hätten. Nachdem der einzige Tipp, den ich von Lufthansa Mitarbeitern am Boden bekommen habe, die Kronen doch einfach bis zum nächsten Langstreckenflug aufzubewahren verließ ich etwas enttäuscht und unverrichteter Dinge den Flughafen.

Da ich nun immer noch den Gegenwert einiger Euro in norwegischen Kronen in meinem Besitz hatte, den ich irgendwie los werden musste, schrieb ich auf der Zugfahrt nach Hause eine E-Mail an die HelpAlliance und fragte, ob ich die Kronen auch per Post spenden könnte, und zu meiner Freude kam schon am Tag danach die Bestätigung, dass dies möglich ist. Man beruhigte mich auch und will dem Vorfall nachgehen. Allerdings kommen spenden per Post wohl auch “häufiger” vor. Ich hoffe mal nicht, dass dort immer fehlende Spendenumschläge im Flugzeug der Auslöser sind. Denn ich finde die Idee, seine restliche Fremdwährung für einen Guten Zweck spenden zu können und das einfach auf dem Rückflug mit einem praktischen Umschlag, nach wie vor sehr gut und würde mich freuen, wenn ich das nächste mal, wenn ich mit einer Dienstreise in ein Gebiet mit fremder Währung fliegen muss, mit einem Spendenumschlag spenden kann. :)


Es gab mal wieder ein paar Dinge, die sich in meinem Blog geändert haben. Vor einiger Zeit hat ein Facebook-Freund von mir gefragt, ob ich nicht einen Facebook-Like Button in meinem Blog installieren möchte. Das hat dazu geführt, dass ich ein paar der Myriaden-Facebook-Like-Button-Plugins ausprobiert hab, aber mit keinem so richtig warm geworden bin. Erst etwas später ist mir aufgefallen, dass die Probleme mit den Buttons wahrscheinlich von meinem verwendeten Theme her rühren. Daher bin ich dann auf ein anderes Theme umgestiegen, was mir dann aber nicht so richtig gefallen hat, weshalb vor ein paar Tagen ein erneuter Umstieg stattgefunden hat und dabei bleib ich nun erstmal. :)

In diesem Theme funktioniert jetzt der Facebook-Like Button, den ihr gerne drücken dürft *g* und ist so ganz hübsch platziert, finde ich. Auf den Artikelseiten gibt es dann noch ein paar mehr Knöpfe zum “Sharen”. Die hab ich aber von der Hauptseite verbannt. Die Knopfmanie nimmt mir eh ein wenig überhand im Internet, im Moment… gibt ja überall für alles nen Knopf. Naja, aber ein wenig mit dem Strom kann man auch schwimmen, oder? ;)

Bei der ganzen Aktion hab ich allerdings irgendwie meinen RSS-Feed zerschossen, und heute dann mal wieder repariert. Außerdem wird der Feed jetzt durch Feedburner durchgejagt, was erlaubt den Artikel aus dem Feedreader direkt zu “liken” oder zu den Kommentaren zu springen. Find ich ganz nett. :)

Achja, eine mobile Version der Webseite gibt es jetzt auch. Das hilft meinem Speicherarmen alten Palm Pre-. ;)

PS: Auf meinem Twitter-Account dürft ihr natürlich auch gerne “follown”. Ich schreib auch nicht so viel, versprochen.


Es gibt im Moment Bestrebungen die Ein-Euro-Jobs für Harz IV Empfänger einzuschränken. Dabei kam in der Debatte auch die Idee auf, die nun wegen Aussetzung der Wehrpflicht wegfallenden Zivildienstleistenden durch Langzeitarbeitslose zu ersetzen. Ob diese Idee nun Sinn macht, oder nicht, sei einmal dahi gestellt. Allerdings kommt aus dem Familienministerium dazu eine sehr merkwürdige Aussage:

Doch das zuständige Bundesfamilienministerium ist wenig begeistert davon, Hartz-IV-Empfänger die bisherige Arbeit von Zivildienstleistenden verrichten zu lassen. “Wir betonen, dass es im Bundesfreiwilligendienst um die Gewinnung von echten Freiwilligen geht und nicht um einen Zwangsdienst”, sagte ein Sprecher von Familienministerin Kristina Schröder (CDU). Gerade im sensiblen Dienst am Menschen seien Frauen und Männer nötig, “die das aus echter Überzeugung, mit Liebe und Engagement tun. Das geht nicht mit Zwang.”

Diese Aussage ist ziemlicher Quatsch… Wie viele der Zivildienstleistenden haben das denn wirklich freiwillig getan? Die wenigsten, denn sonst gäbe es nicht jetzt so ein Problem sie durch “echte Freiwillige” zu ersetzen. Der Zivildienst war genauso ein Zwangsdienst, wie die Wehrpflicht. Nur weil man sich zwischen zwei Zwängen entscheiden kann, handelt man ja noch lange nicht freiwillig aus Spaß daran… 

Hier sollte man im Familienministerium noch einmal in sich gehen, ob man nicht echte Argumente auf Lager hat. ;)


Da gibt es tatsächlich jemanden, der Brillen baut, mit denen man einen 3D Film im Kino wieder in 2D sieht. Technisch ist das ganz einfach und lässt sich sogar selber machen. Man muss nur zwei der 3D Brillen haben und sie jeweils mit zwei “linken” und zwei “rechten” Gläsern ausstatten, also zwei der Gläser vertauschen. 

Der Effekt ist dann, dass die Brillen jeweils für beide Augen das Bild durchlassen, was für das rechte bzw. das linke Auge gedacht war und man so wieder nur 2D sieht. Da der Unterschied zwischen den beiden Bildern nicht sehr groß ist, kann man den Film so tatsächlich ganz gut sehen. 

Es stellt sich bei dem ganzen Vorgehen allerdings die Frage, warum man den Film dann nicht einfach direkt in der 2D Variante im Kino guckt, für die man normalerweise eh 2-3€ weniger bezahlen muss… Es hat schon einen Grund, dass diese Idee zuerst ein Aprilscherz war.


Nachdem sich mein letzter Artikel schon über die Gestaltungsarmut in der Politik der aktuellen Regierung gedreht hat und ich damit so richtig zu liegen scheine, dass sogar der Philosoph Habermas eine ähnliche “Abrechnung” mit Merkel erstellte, bin ich doch etwas geschmeichelt. ;)

Das Problem von fehlendem Mut zur Gestaltung betrifft nicht nur die Politik. Auch in den Chefetagen größerer Unternehmen entwickelt sich oft eine ähnliche Angst vor Entscheidungen. Dieses zögerliche Rumlavieren kann Unternehmen bis zur Handlungsunfähigkeit lähmen. Dabei ist auch hier das Hauptproblem, dass die Manager lieber an ihr eigenes Fortkommen denken, als an das des Unternehmens. Begünstigt wurde diese Situation in der niemand freiwillig etwas gestalten will, wohl durch die Maxime des Sparens, die in den letzten Jahren in der Wirtschaft beliebt ist. Jede Investition erfordert eine Rechtfertigung, die oft niemand aus dem Führungskreis geben möchte, selbst wenn die Erfolgsaussicht der Investition nicht in Frage gestellt wird. Man kommt halt besser davon, wenn man sich nicht bewegt, als wenn man sich hinter ein Projekt stellt, was womöglich doch irgendwie scheitert.

Und genau hier liegt das Problem: In der Wahrnehmung “der Gesellschaft”. Es gibt ein paar Sprichwörter, die sich mit der Thematik befassen, z.B. “Wer nicht wagt, der nicht gewinnt” oder “Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft hat schon verloren”1, doch es sieht doch viel mehr so aus, dass jemand der nichts tut zwar auch nicht weiter auffällt, aber eben auch nicht bestraft wird. Politiker wie Manager müssen einfach nur abwarten, bis genügend ihrer aktiveren Kollegen “gefallen” sind und rücken dann ganz automatisch nach. Dieser Automatismus ist sehr schädlich. Er führt dazu, dass nicht Leistung belohnt wird, sondern Durchhaltevermögen. Wer keine Angriffsflächen bietet kann in einem solchen System nur aufsteigen, völlig unabhängig von seinen Leistungen. Ein gutes Beispiel dafür ist der neue FDP Chef Rösler. Er ist weniger durch seine eigenen Leistungen FDP Chef geworden, sondern eher durch das vermeintliche Versagen von Westerwelle.

Wie sehr ein aktiver Gestalter an vorderster Front in einem Unternehmen bewegen kann, beweist Google. Im Moment steht Larry Page unter Wirtschaftsexperten wieder einmal in der Kritik, weil er sich eben nicht auf das Kostensenken konzentriert, sondern auf die Erschließung neuer Geschäftsfelder, was mitunter hohe Investitionen fordert. Der Erfolg, den Google damit hat, gibt ihm ganz klar recht. Ich bin davon überzeugt, dass auch ein Kanzler oder eine Kanzlerin mit einer vernünftigen Vision ähnliches für sein Land schaffen kann. :)


  1. Zitat Bertolt Brecht []
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