Archiv der Kategorie: Technik

Entdeckungen und Gedanken im Bereich von technischen Spielereien und Neuigkeiten.

Über Politik und Smartphones

In seinem Artikel zu den Protesten in Istanbul mit der Überschrift „Wir Greise haben uns in der Jugend geirrt„, schreibt Celil Oker:

Ich nahm an, sie würden sich nicht dafür interessieren, was in der Welt geschieht. Ich nahm an, dass sie keine anderen Welten außer ihren Smartphones kennen würden. Ich nahm an, dass sie nicht gerne lesen würden. Ich nahm an, dass ihnen das seit Jahrtausenden angesammelte kulturelle Wissen der Menschheit egal sei. Ich nahm an, dass sie sich für nichts interessierten, das sich außerhalb ihrer engsten Freunde und Verwandten abspielt. Ich habe mich geirrt. Und wie ich mich geirrt habe!

Und genau da liegt der Irrtum, den leider viele „Greise“ begehen. Denn gerade die „Welt ihrer Smartphones“ ist ja die ganze Welt. Damit hat die Jugend (aber auch der Greis, der sich der Technik nicht versperrt) Zugriff auf die ganze Welt. Auf alle Informationen der Welt. Auf alle Nachrichten aus aller Welt. Immer. Zu jeder Zeit. Er kann sogar die Politik diskutieren, während der Greis neben ihm nur teilnahmslos in den Fernseher starrt, sich von den Nachrichten berieseln lässt und den Jugendlichen neben sich für apolitisch hält. Ich denke dieser Irrtum wird auch noch den ein oder anderen westlichen Politiker überraschen.

Dass man so etwas immer noch lesen und hören muss… Die wirklich politisch interessierten Menschen kommen heute ohne Smartphone gar nicht mehr aus. Insofern kann man den Spieß nur umdrehen und den „Greisen“ politisches Desinteresse vorwerfen. Und gleichzeitig noch mangelndes Interesse an ihren eigenen Kindern, da sie keine Ahnung haben, was diese mit ihren Smartphones und „ihrer Welt“ so alles anstellen. 🙂

Wem gehört der Mars-Rover eigentlich?

Beim Lesen von „Curiosity: Für eine Schaufel voll Sand – Golem.de„, über den Mars-Rover der gerade ein halbes Labor mitschleppt um auf dem Mars Gesteinsproben analysieren zu können, kam mir der Gedanke: Wem gehört eigentlich der ganze Kram, den wir da auf dem Mars abladen?

Ich mein, das Labor hat der Roboter ja dabei, weil er nicht zurück kommt und daher die Proben, die er sammelt, auf dem Mars direkt selber analysieren muss und dann die Ergebnisse an die Erde übertragen kann. Angenommen in ein paar Jahrzehnten reisen wir tatsächlich mal auf den Mars. Ist dann die Laborausrüstung in den Rovern noch etwas wert? Wenn ja: Wem gehört sie? Könnten Weltraum-Pfandflaschensammler hingehen, den Rover einsammeln und die wertvollen Teile weiterverkaufen? Oder bleibt er auf ewig Eigentum der Nasa, auch wenn diese nicht in der Lage ist ihn zu entsorgen?

Für die Weltmeere gibt es ja einige Regelungen, wem was wann gehört. Zum Beispiel lassen sich Schiffe nur sehr ungern abschleppen, da der Abschleppende einen Besitzanspruch an dem abgeschleppten Schiff geltend machen kann. Auch Strandgut gehört dem Finder, egal wem es mal ins Wasser gefallen ist. Gibt es solche Überlegungen für die Raumfahrt? 😉

Teufel Service…

Logo der Firma Teufel

Logo der Firma Teufel

Ich habe mir, nachdem ich Jahre lang die Lautsprecher in meinem Monitor ertragen habe, letzte Woche ein paar PC Lautsprecher von Teufel gegönnt. Nun hat leider in dem Paket, was ich erhalten habe eine kleine Schraube gefehlt um die kleinen Hochtöner an ihren Standfüßen zu befestigen.

Alles kein Problem, erstmal das ganze aufgestellt, geguckt ob ich passende Schrauben da habe, was nicht der Fall war, und dann später eine E-Mail an der Support von Teufel geschrieben. Kann ja nichts passieren, wenn man den Bewertungen von Teufel glauben darf, dann ist der Service ja überwältigend gut. Immerhin gibt es auf der Teufel-Webseite nur dafür eine eigene Kategorie. Auch bei Amazon herrscht unter den Teufel Produkten ziemlich viel Euphorie, auch wenn es im Service geht.

Die erste Antwort des Service war allerdings ernüchternd. Ich sollte doch nochmal die Verpackung durchsuchen die Schrauben würden sich gerne „verstecken“. Da bin ich natürlich selber drauf gekommen und hab die ganzen Styroporteile und kleinen Plastikbeutelchen schon vor dem Aufbau genauer durchsucht. Hier wäre übrigens der erste Verbesserungsvorschlag: klebt die Schrauben doch einfach mit etwas Klebeband an den Standfüßen fest, dann können sie sich auch nicht „verstecken“. Das Problem scheint ja häufiger aufzutreten. Zurück zum Thema… Über die erste Antwort habe ich mich schon etwas geärgert. So viel vertrauen sollte man dem Kunden schon entgegen bringen, dass er mal in den Karton geguckt hat. Trotzdem habe ich mir am Wochenende die Verpackung, die ich noch nicht entsorgt hatte, noch einmal sehr gründlich vorgenommen. Wie erwartet sind auch dabei die Schrauben nicht aufgetaucht.

Also am Montag direkt wieder an den Service gewandt, dass ich der Aufforderung nach gekommen bin und die Verpackung noch einmal gründlich durchsucht hab und keine Schrauben finden konnte. Ob man mir nicht jetzt einfach die zwei Schräubchen zuschicken könnte. In der Hoffnung sonst nichts mehr zu hören, sondern in den nächsten Tagen einen gepolsterten Briefumschlag mit zwei Schrauben zu erhalten habe ich die E-Mail abgeschickt. Heute erreicht mich dann die E-Mail des Service mit folgender Mitteilung:

Diese Schrauben haben wir einzeln leider nicht lagernd. Daher werden wir Ihnen ein komplett neues Systempaket, aus welchem Sie dann bitte einfach die Schrauben entnehmen.

Senden Sie bitte das von uns geschickte Set mit einer Fehlerbeschreibung an uns zurück.
Hierfür erhalten Sie mit separater E-Mail einen Link, mit dem Sie die Ware kostenfrei von DHL
abholen lassen können.

Das hört sich ziemlich merkwürdig an. Ich bekomme also, weil die Schrauben nicht einzeln lagern, ein komplettes Boxenset geschickt, soll das um die Schrauben erleichtern und das ganze wieder zurück schicken? Wird das so „verstümmelte“ Boxenset dann vernichtet?

Ich muss leider sagen, dass ich den Service von Teufel in dem Fall nicht besonders gut finde. Davon einmal abgesehen, dass es um ein vielfaches nerviger ist ein großes Paket zu empfangen und wieder zurück zu schicken als einen Briefumschlag aus dem Briefkasten zu fischen, entpuppt sich die Firma  hier als äußert unflexibel. Klar, die Antworten kamen schnell und man nimmt auch einiges an Kosten auf sich um mir ein Boxenset zu schicken nur um Schrauben nachzuliefern… aber mal ehrlich… ich kaufe seit 15 Jahren fast alles was mit Technik zu tun hat im Versandhandel ein und es kommt immer wieder vor, dass Kleinteile fehlen (insbesondere seitdem man 14 Tage lang alles „angucken“ und dann zurück schicken kann). Bisher war es für kein Unternehmen ein Problem Kleinteile einfach nachzuschicken.

Auch Teufel wird natürlich die Schrauben irgendwo aufbewahren (um nicht zu sagen „lagern“ ;)) und dann einfach zwei davon in das „verstümmelte“ Boxenset legen und dieses wieder verkaufen. Aber was nicht vorgesehen ist (also einfach mal Schrauben zu verschicken), geht natürlich auch nicht. Da könnte ja jeder kommen. Hier merkt man ganz klar, dass man mit einem deutschen Traditionsunternehmen zu tun hat :). Interessanterweise führt diese Einsicht dazu, dass ich bei genauerem Hinsehen den Service von Teufel doch als hervorragend einstufen muss. Denn es ist natürlich nicht die Schuld der Leute im Service, dass der Rest des Unternehmens so unflexibel ist und die „Prozesse“ so sind, wie sie sind. Insofern Hut ab, dass die Leute dort immer noch so motiviert sind und kreative Lösungsansätze entwickeln.

SDXC Karten und FAT32

Ich besitze seit einiger Zeit ein Nintendo 3DS XL. Dieser kam mit einer 4GB SD Karte auf der Spielstände und heruntergeladene Spiele gespeichert werden. Mittlerweile hat sich Nintendo dazu entschlossen auch vollständige Spiele im Download Shop anzubieten, die allerdings einiges an Speicherplatz benötigen. Insofern hab ich den bekloppten Plan gefasst eine größere SD Karte für den Nintendo 3DS zu verwenden. Im Prinzip ist das kein Problem. FAT32 formatieren, Daten von er alten Karte auf die neue kopieren und weiter geht es.

So viel zum Prinzip. Nun hab ich „einfach“ zum größten gegriffen, was ich an „SD Karte“ gefunden hab. Dabei bin ich dann bei 128GB gelandet und bei SDXC. Einfache „SD Karten“ gibt es ja schon lange nicht mehr. Bisher war man bei SDHC = SD High Capacity. Nun ist es SDXC. Das Problem dabei ist, dass diese mit exFAT formatiert sind. Da exFAT aber Microsoft proprietär ist, sprechen es viele Geräte nicht, unter anderem der Nintendo 3DS. Im Prinzip ist es kein Problem auch eine SDXC Karte in FAT32 zu formatieren. Im Prinzip. Denn Microsoft scheint hier mitgedacht zu haben und so bietet einem Windows 7 für SDXC Karten als Formate nur exFAT und NTFS an. Diverse Tools konnten mir erst auch nicht weiterhelfen… nach einigen Versuchen habe ich es aber nun doch geschafft:

  1. SDXC Karte mit Windows auf NTFS formatieren (legt einen MBR an, mit dem andere Partitionstools dann auch etwas anfangen können. Wenn diese den MBR selber anlegen, kann Windows die Karte nicht mehr lesen)
  2. Mini Tool Partition Wizard herunterladen und installieren (ggf. gehen andere Tools auch)
  3. Dort die Partition auf der SD Karte und die folgenden Schritte damit durchführen:
  4. Formatieren mit FAT32
  5. Partition als Primär definieren
  6. Die „Partition Type ID“ auf FAT32 ändern

Bei dem letzten Schritt hätte ich vermutet, dass ein Partitions Tool den mit macht… aber das hat es bei mir nicht und der Schritt ist zwingend notwendig. Danach erkennt dann der Nintendo 3DS auch die SD Karte und zeigt satte 900.000 freie Blöcke an. 🙂 Jetzt die Karte schnell wieder in den PC, die Daten von der alten Karte drauf kopieren und fertig.

PS: Ja, ich hätte die SDXC Karte vermutlich auch mit Linux auf FAT32 formatieren können. Allerdings hat sich Ubuntu 12.04 vehement geweigert die Karte überhaupt zu erkennen. Der SD Kartenleser ist immer mit diversen Fehlermeldungen abgestürzt und  es ist kein device erstellt worden. Insofern musste ich leider merkwürdige Windows Tools ausprobieren, die alle viel zu schlau sein wollten…

Der große Umweg zu 2D im Kino

Da gibt es tatsächlich jemanden, der Brillen baut, mit denen man einen 3D Film im Kino wieder in 2D sieht. Technisch ist das ganz einfach und lässt sich sogar selber machen. Man muss nur zwei der 3D Brillen haben und sie jeweils mit zwei „linken“ und zwei „rechten“ Gläsern ausstatten, also zwei der Gläser vertauschen. 

Der Effekt ist dann, dass die Brillen jeweils für beide Augen das Bild durchlassen, was für das rechte bzw. das linke Auge gedacht war und man so wieder nur 2D sieht. Da der Unterschied zwischen den beiden Bildern nicht sehr groß ist, kann man den Film so tatsächlich ganz gut sehen. 

Es stellt sich bei dem ganzen Vorgehen allerdings die Frage, warum man den Film dann nicht einfach direkt in der 2D Variante im Kino guckt, für die man normalerweise eh 2-3€ weniger bezahlen muss… Es hat schon einen Grund, dass diese Idee zuerst ein Aprilscherz war.