Archiv der Kategorie: Kurioses

Kurioses passiert viel auf dieser Welt. Nennenswertes soll hier gesammelt werden. :)

Organisierte Schwarzfahrer noch stärker belohnen?

Heute habe ich einen Artikel gelesen, in dem der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) fordert, dass Schwarzfahrer deutlich höhere Strafen zahlen sollen. Die Begründung lautet wie folgt:

Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff sagte, es gebe „inzwischen Gruppen von Fahrgästen, die sich gegenseitig vor Fahrscheinkontrollen warnen. Jetzt ist es also schon so weit, dass potenzielle Schwarzfahrer sich online öffentlich helfen und organisieren. So wird das Fahren ohne gültigen Fahrausweis in der öffentlichen Wahrnehmung verharmlost. Dem muss der Gesetzgeber durch entsprechende Regelungen entgegenwirken.“

Insbesondere die Höhe der Strafe scheint für den VDV ein Problem dar zu stellen:

Mit dem gültigen „erhöhten Beförderungsentgelt“ von 40 Euro werde kaum Abschreckung erzielt, wie die Beispiele aus den sozialen Netzwerken wie Facebook zeigten, argumentiert der VDV.

Leider erschließt sich einem die Logik da nicht ganz. Man stellt fest, dass Schwarzfahrer erfolgreich, durch Organisation auf Facebook, einer Kontrolle entgehen. Die Lösung soll dann sein, die Strafe zu erhöhen. Aber wenn die „organisierten Schwarzfahrer“ der Strafe so oder so entgehen können, dann wird doch eine höhere Strafe das organisierte Schwarzfahren nur noch mehr  belohnen. Dann kann sich der erfolgreiche Schwarzfahrer freuen, dass er nicht nur einer Strafe von 40€ entkommen ist, sondern dass es schon 120€ waren.

Da wäre es doch sinnvoller ein wenig über die Preisgestaltung nachzudenken, und insbesondere die Tarife deutlich zu vereinfachen. Dann würden vielleicht doch noch ein paar Leute mehr den ÖPNV nutzen und auch zahlen. 🙂

Der große Umweg zu 2D im Kino

Da gibt es tatsächlich jemanden, der Brillen baut, mit denen man einen 3D Film im Kino wieder in 2D sieht. Technisch ist das ganz einfach und lässt sich sogar selber machen. Man muss nur zwei der 3D Brillen haben und sie jeweils mit zwei „linken“ und zwei „rechten“ Gläsern ausstatten, also zwei der Gläser vertauschen. 

Der Effekt ist dann, dass die Brillen jeweils für beide Augen das Bild durchlassen, was für das rechte bzw. das linke Auge gedacht war und man so wieder nur 2D sieht. Da der Unterschied zwischen den beiden Bildern nicht sehr groß ist, kann man den Film so tatsächlich ganz gut sehen. 

Es stellt sich bei dem ganzen Vorgehen allerdings die Frage, warum man den Film dann nicht einfach direkt in der 2D Variante im Kino guckt, für die man normalerweise eh 2-3€ weniger bezahlen muss… Es hat schon einen Grund, dass diese Idee zuerst ein Aprilscherz war.

Hurra… Wasser…

Ja, ich, als Mensch, habe nun das Recht auf sauberes Trinkwasser, die Uno hat’s so verabschiedet [1]. Und nun? Ja… nichts… Da tut es auch nichts zur Sache, ob sich nun die USA enthalten haben, oder Deutschland ein starker Befürworter dieser Änderung an den Uno-Menschenrechten ist. Das Recht auf Wasser ist nun zwar als Menschenrecht eingetragen, aber nicht einklagbar.

Das ganze hat wahrscheinlich hauptsächlich einen statistischen Charakter… nun gibt es halt noch ein paar Länder mehr, in denen Menschenrechte verletzt werden. Wobei das eine interessante Frage ist: Wie viele Länder, in denen es für Teile der Bevölkerung (immerhin Weltweit über 800 Millionen Menschen) kein sauberes Trinkwasser gibt, halten sich sonst an die Menschenrechte?

Der iPhone Prototyp und das Restaurant…

In den letzten Tagen gab es den Vorfall, dass ein Apple-Mitarbeiter in einem Restaurant einen Prototypen des neuen iPhones liegen lassen hat. Das hat für einigen Wirbel in der Presse gesorgt. Was mir bei der Berichterstattung (in der deutschen Presse) aufgefallen ist, ist, dass sich eine ungewöhnlich hohe Anzahl der Berichte sehr um das Restaurant bemüht. Es wird immer darauf hingewiesen, dass es ein Restaurant (bzw. eine Bar oder ein Biergarten) mit deutscher Küche und deutschem Bier war. In einigen Artikeln wird sogar der Name mitgeteilt oder gar auf das Restaurant verlinkt.

Ein paar Beispiele:

  • Golem.de, das Restaurant wird im Teaser genannt, inklusive dem Hinweis auf die deutsche Küche. Im Artikel wird sogar auf das Restaurant verlinkt.
  • Golem.de, auch in einem weiteren Artikel über polizeiliche Ermittlungen zu dem Vorgang wird auf den Verweis auf die deutsche Küche des Restaurants nicht verzichtet.
  • iPhone.de-Blog, im Text wird der „deutsche Biergarten“ erwähnt und es wird sogar darauf eingegangen, dass der Verlierende deutsches Bier getrunken hat
  • Gizmodo.com, der original Artikel. Die ersten Worte in dem Eintrag sind der Name des Restaurants und der Hinweis auf das deutsche Bier.
  • iPhoneblog.de, im Artikel wird auf das „good german bear“ eingegangen.
  • Spiegel.de, auch hier wird die „deutsche Bar“ schon im Teaser erwähnt.
  • Computerbase.de, der Name der „deutschen Bar“ wird in einem Update genannt.
  • Heise.de, das „deutsche Bier“ steht sogar schon im Titel!
  • derwesten.de, der Name des Restaurants und der Hinweis auf die deutsche Küche erscheint im zweiten Absatz.
  • Focus.de, der Hinweis auf die deutsche Bar ist auch hier schon im Teaser zu finden.

Die Küche des Restaurants tut bei dem Verlust des iPhones nicht mal etwas zur Sache, man kann sich auch mit anderen alkoholischen Getränken so betrinken, dass man sein Handy vergisst (auch wenn der ein oder andere Fan von deutschem Bier das wahrscheinlich nicht wahr haben will ;))… Man kann sein Handy ja sogar vergessen, ohne getrunken zu haben! Dass es auch komplett ohne einen Hinweis auf die deutsche Küche / das deutsche Bier des Restaurants geht, beweist swissitmagazine.ch, ein Schweizer IT-Newsportal. Die nicht Nennung der deutschen Küche schadet dem Informationsgehalt ganz offensichtlich nicht. 😉

Bei wie vielen Dingen, die in Restaurants geschehen, wird auf die Küche des Restaurants eingegangen? Wenn es nicht gerade wichtig ist, erfährt man sonst oft nicht einmal, dass sich das ganze in einem Restaurant zugetragen hat und nur seltenst wird der Name des Restaurants veröffentlicht. Wann liest man schon einmal so etwas:

Führende Manager von Firma XY und YZ haben sich im italienischen Restaurant ZY getroffen, vermutlich um über eine Übernahme zu verhandeln. Dort gibt es übrigens super Pizza.

Ist der iPhone Prototyp wirklich so uninteressant, oder ist das Restaurant so wichtig? Soll es meinem „nationalen Stolz“ schmeicheln, dass es in Kalifornien ein Restaurant mit deutscher Küche und deutschem Bier gibt? Das kommt mir alles irgendwie ein wenig spanisch vor…

Wer liest schon AGBs?

Der britische Onlinehändler Gamesation hat sich einen Aprilscherz erlaubt und in seinen AGB folgende Passage eingefügt:

„Mit einer Bestellung am ersten Tag des vierten Monats im Jahre des Herrn 2010 über diese Website, gewähren Sie uns eine nicht übertragbare Option auf Ihre unsterbliche Seele, für jetzt und immer. Wollen wir dieses Recht ausüben, erklären Sie, uns Ihre unsterbliche Seele, mit allen damit verbundenen Rechten, innerhalb von 5 (fünf) Arbeitstagen nach Eingang der schriftlichen Mitteilung von gamesation.co.uk oder einem seiner bevollmächtigten Diener zu übergeben“

Leute, die also am 1.4.2010 bei Gamesation eingekauft haben, haben dem Shop ihre Seele übertragen. Weiter unten in den AGBs gab es die Möglichkeit den Seelenhandel streichen. Das Ergebnis der Aktion war, dass nur 12% der Käufer dem Seelenhandel widersprochen haben. Man kann also davon ausgehen, dass der größte Teil der restlichen 88% der Käufer die AGB nicht gelesen haben.

Nun muss ich sagen, dass mir das sicherlich auch passiert wäre. Denn wer liest sich schon beim Online-Einkauf die AGBs durch? Insbesondere dann, wenn er schon einmal bei dem Shop bestellt hat? Da wäre man ja nur mit Lesen beschäftigt. 😉

Ich habe auch einmal den Spruch gehört „Lies niemals etwas, dem du eh zustimmen musst.“. Da ist ein wenig wahres dran: Wenn ich bei dem Onlinehändler einkaufen will (aus welchem Grund auch immer), werde ich gezwungen den AGBs zuzustimmen. Ob ich die dann gelesen habe, oder nicht, ist vollkommen egal. Wenn man einzelne Passagen streichen könnte, wäre die Sache schon anders, aber normalerweise ist das ja nicht der Fall, man muss die AGBs als ganzes akzeptieren.

Es stellt sich einem auch die Frage, wie viele Leute die AGBs von normalen Geschäften jemals gelesen oder überhaupt bewusst zu Gesicht bekommen haben. Diese hängen oftmals kleingedruckt in Kassennähe rum, so dass man schon den Betrieb an der Kasse aufhalten müsste, um dort einen längeren Blick drauf zu werfen. Ich denke da ist der Anteil an Onlinekunden, die AGBs „ihrer“ Onlinehändler zumindest einmal grob überflogen haben schon deutlich höher.

Außerdem werden Passagen in den AGBs, die sittenwidrig sind eh nicht angewendet, die Gefahr ist also nicht sooo groß. 😉