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Angewandte Meinungsfreiheit

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Da gibt es tatsächlich jemanden, der Brillen baut, mit denen man einen 3D Film im Kino wieder in 2D sieht. Technisch ist das ganz einfach und lässt sich sogar selber machen. Man muss nur zwei der 3D Brillen haben und sie jeweils mit zwei “linken” und zwei “rechten” Gläsern ausstatten, also zwei der Gläser vertauschen. 

Der Effekt ist dann, dass die Brillen jeweils für beide Augen das Bild durchlassen, was für das rechte bzw. das linke Auge gedacht war und man so wieder nur 2D sieht. Da der Unterschied zwischen den beiden Bildern nicht sehr groß ist, kann man den Film so tatsächlich ganz gut sehen. 

Es stellt sich bei dem ganzen Vorgehen allerdings die Frage, warum man den Film dann nicht einfach direkt in der 2D Variante im Kino guckt, für die man normalerweise eh 2-3€ weniger bezahlen muss… Es hat schon einen Grund, dass diese Idee zuerst ein Aprilscherz war.

Nachdem sich mein letzter Artikel schon über die Gestaltungsarmut in der Politik der aktuellen Regierung gedreht hat und ich damit so richtig zu liegen scheine, dass sogar der Philosoph Habermas eine ähnliche “Abrechnung” mit Merkel erstellte, bin ich doch etwas geschmeichelt. ;)

Das Problem von fehlendem Mut zur Gestaltung betrifft nicht nur die Politik. Auch in den Chefetagen größerer Unternehmen entwickelt sich oft eine ähnliche Angst vor Entscheidungen. Dieses zögerliche Rumlavieren kann Unternehmen bis zur Handlungsunfähigkeit lähmen. Dabei ist auch hier das Hauptproblem, dass die Manager lieber an ihr eigenes Fortkommen denken, als an das des Unternehmens. Begünstigt wurde diese Situation in der niemand freiwillig etwas gestalten will, wohl durch die Maxime des Sparens, die in den letzten Jahren in der Wirtschaft beliebt ist. Jede Investition erfordert eine Rechtfertigung, die oft niemand aus dem Führungskreis geben möchte, selbst wenn die Erfolgsaussicht der Investition nicht in Frage gestellt wird. Man kommt halt besser davon, wenn man sich nicht bewegt, als wenn man sich hinter ein Projekt stellt, was womöglich doch irgendwie scheitert.

Und genau hier liegt das Problem: In der Wahrnehmung “der Gesellschaft”. Es gibt ein paar Sprichwörter, die sich mit der Thematik befassen, z.B. “Wer nicht wagt, der nicht gewinnt” oder “Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft hat schon verloren”1, doch es sieht doch viel mehr so aus, dass jemand der nichts tut zwar auch nicht weiter auffällt, aber eben auch nicht bestraft wird. Politiker wie Manager müssen einfach nur abwarten, bis genügend ihrer aktiveren Kollegen “gefallen” sind und rücken dann ganz automatisch nach. Dieser Automatismus ist sehr schädlich. Er führt dazu, dass nicht Leistung belohnt wird, sondern Durchhaltevermögen. Wer keine Angriffsflächen bietet kann in einem solchen System nur aufsteigen, völlig unabhängig von seinen Leistungen. Ein gutes Beispiel dafür ist der neue FDP Chef Rösler. Er ist weniger durch seine eigenen Leistungen FDP Chef geworden, sondern eher durch das vermeintliche Versagen von Westerwelle.

Wie sehr ein aktiver Gestalter an vorderster Front in einem Unternehmen bewegen kann, beweist Google. Im Moment steht Larry Page unter Wirtschaftsexperten wieder einmal in der Kritik, weil er sich eben nicht auf das Kostensenken konzentriert, sondern auf die Erschließung neuer Geschäftsfelder, was mitunter hohe Investitionen fordert. Der Erfolg, den Google damit hat, gibt ihm ganz klar recht. Ich bin davon überzeugt, dass auch ein Kanzler oder eine Kanzlerin mit einer vernünftigen Vision ähnliches für sein Land schaffen kann. :)

  1. Zitat Bertolt Brecht []

Deutsche Politiker – Umfallen als Politikstil ist ein Kommentar zu den aktuellen Meinungsänderungen unsere Politiker. Dabei kommt der Autor zu dem Schluss, dass heutige Politiker nur noch ein Kernziel haben: “ihre eigene Karriere”, alles andere sind nur Hilfsmittel um die Karriere auszubauen. Wirkliche politische Ziele gibt es nicht mehr. Dem kann ich nur zu stimmen. Ich habe schon lange das Gefühl, dass nicht nur Merkel ihre eigene Mutter verkaufen würde, wenn dabei ein paar zusätzliche Tage als Kanzlerin raus springen. Wer will es ihr denn auch verübeln? Da richtet man sein gesamtes Leben darauf aus Kanzler(in) zu werden und dann ist man es endlich, da soll man nach vier Jahren schon wieder aufhören?

Nein, es ist schon nachvollziehbar, dass unsere Profipolitiker an ihrer hart erkämpften Macht kleben, wie Fliegen am Fliegenband. Und genau da liegt meiner Meinung nach das Problem: Sie wollen die Macht zu sehr um der Macht Willen. Wer in diesem Land ist denn ernsthaft davon überzeugt, dass die aktuelle Regierung das beste für Deutschland und seine Bevölkerung will? Nicht einmal Klientelinteressen sind noch heilig, wie das Kernenergie-Moratorium beweist. Nein, die Zukunft Deutschlands liegt diesen Menschen als aller letztes am Herzen. Das ist ein ganz großes Problem an der “ideologiefreien Politik”, die von allen Seiten gefordert wird. Menschen mit Idealen setzen sich wenigstens noch für diese Ideale ein. Das ist ein klarer Vorteil, auch wenn diese Ideale noch so sehr den eigenen Idealen widersprechen mögen.

Menschen, deren oberstes Ideal das Erlangen und Erhalten von Macht ist, setzen sich aber nur genau dafür ein. Sie gleichen in dieser Hinsicht Diktatoren, denen es auch allein um den Machterhalt geht. Klar, Merkel & Co unterliegen ganz anderen Verhaltensregeln. Sie können nicht mal eben eine Demonstration mit ein paar Panzern beenden… Aber die nicht ganz so drastischen Dinge können sich schon ähneln. Wenn wegen großzügigen Wahlkampfspenden einiger Hoteliers die Mehrwertsteuer auf Hotelübernachtungen gesenkt werden, wie weit ist man dann noch von einer Bananenrepublik entfernt? Wie kaltschnäuzig müssen Politiker sein, um so etwas in einer Demokratie durchzuführen? Viel schlimmer als solche Korruption ist aber, dass Politiker bloß keinem weh tun wollen, denn sie könnten ja stimmen verlieren. War es früher der Union völlig Schnuppe ob irgendwelche Langhaarigen Zecken beleidigt sind, wenn man Atomkraftwerke baut, hat man heute Angst um Wähler stimmen… das geht bei fast allen Themen so und das ebenfalls bei fast allen Parteien (hier stimme ich ebenfalls dem Autor zu, dass allein die Grünen sich bisher relativ treu geblieben sind, mal sehen wie lange sie das durchhalten). Das Ergebnis davon ist ein “Ich will keinem weh tun”-Einheitsbrei Quatsch der am Ende dazu führt, dass sich in keinem relevanten Bereich viel ändert… denn jede Änderung wird irgendjemanden stören. Da bleibt man lieber beim Status Quo… und für die, die damit gar nicht klar kommen, macht man halt irgendwelche oberflächlichen kurzfristigen Aktionen, die irgendwie so aussehen, als ob man irgendwas versucht hätte… Warum wird denn die aktuelle Regierung nur von Krise zu Krise getrieben? Was hätte sie denn ohne die Krise für große Ziele, die durchgesetzt werden sollen? Wie viel anderes kann man von einer anderen zur Auswahl stehenden Regierung erwarten? Hier wird doch nur verwaltet und nur seltenst gestaltet…

Ich bin dafür ernsthaft über den Auswahlprozess unserer Spitzenpolitiker nachzudenken. Menschen, die ihr ganzes Leben nach Macht streben, sind offensichtlich nicht dafür geeignet mit dieser Macht verantwortungsvoll umzugehen. Kanzler sollte jemand werden, der überhaupt nicht ins Kanzleramt will! Jemand mit gewissen Qualifikationen (etwas Organisationstalent, etwas rhetorisches Geschick), der aber noch nie etwas mit dem ganzen politischen Zirkus zu tun hatte. Das wäre einmal etwas erfrischend neues, von dem man sich vielleicht echte Veränderungen versprechen könnte… Oft waren die Könige, die durch Abdanken ihrer Geschwister auf dem Thron gelandet sind, die beliebtesten Herrscher. Es wird Zeit so etwas auch einmal in einer Demokratie zu versuchen. :)

 

PS: Nein, dass ist kein Aprilscherz.

Immer reden sie beim Atomstrom-Zeug von “Rechtssicherheit”. Da gibt es eine Laufzeitverlängerung, über die Wochenlang gestritten wird und häufig fällt die Forderung nach “Rechtssicherheit”. Die armen, armen Betreiber müssten endlich Rechtssicherheit haben. Nun will die FDP das abschalten der 8 AKW endgültig machen, und begründet das ganze damit, dass schnellst möglich “Rechtssicherheit” hergestellt werden müsste.

Liebe Hampelmänner von CDU und FDP (mit der CSU rede ich nicht mehr), es gab schon einmal Rechtssicherheit in der Atomstromfrage. Diese währte bis zu dem Tag, an dem Ihr die Regierung übernommen habt. Denn der Atomausstieg war ein Vertrag, der von der deutschen Regierung, damals unter Schröder, mit den Energiekonzernen geschlossen wurde. Dieser garantierte die restlichen Laufzeiten und regelte wann welches Kraftwerk abgeschaltet werden musste, kurz: Er gab Rechtssicherheit, insbesondere für die Kraftwerksbetreiber.

Diese Rechtssicherheit wurde erst angetastet von dem merkwürdigen Plan den geschlossenen Vertrag für nichtig zu erklären und einen neuen schließen zu wollen. Dabei wurde völlig ignoriert, dass der alte Vertrag schon einige Jahre gültig war und sich viele Stadtwerkbetreiber mit Elan in den Bau von neue und umweltfreundlichen Kraftwerken gestürzt haben und dann, kurz bevor sich die Investitionen durch die Abschaltung erster Atomkraftwerke richtig rentiert hätten, genau diese Rechtssicherheit durch die liebe Schwarz-Gelbe Regierung verloren hat. Ja, so sieht es nämlich aus. Die Rechtssicherheit wurde durch euch Hampelmänner erst gestört. Da macht es wenig Sinn diese jetzt ständig zu fordern… hättet ihr mal dirket die Finger von etwas gelassen, was ihr offensichtlich nicht versteht, dann gäbe es heute noch Rechtssicherheit und einen Energiemarkt mit etwas Bewegung.

So viel zum Thema “Rechtssicherheit”. Warum wird das Kind in der Debatte mal wieder nicht beim Namen genannt? Da soll doch Lindner sagen, dass er keine AKWs mehr haben will. Und dann soll eben der Kauder sagen, dass er gerne die Knete der AKWs noch schnell mitnehmen will. Wiedermal gibt es hier keine Ehrlichkeit in der Koalition…

Ja, auch mein heutiger Post dreht sich wieder um die geliebte Kernenergie. Das ist aber im Moment auch der Medienschlager schlechthin. Es handelt sich aber auch um etwas Politik. Denn es ist schon drollig, wie sich gerade die CDU verhält. Da geht so ein doofes AKW bei den Japsen hoch und schon liegt der Wahlkampf in Deutschland in Trümmern. Da muss natürlich schnell ein Bauernopfer (Aktionismus pur) gebracht werden und möglichst glaubhaft dargestellt werden, dass man nun in dieser “veränderten Situation” jetzt doch Atomkraft irgendwie doof findet, obwohl man sich vor ein paar Monaten extra das Brückentechnologie Märchen ausgedacht hat.

Ärgerlich ist nur, dass wohl einige Politiker in der Union das Manöver nicht ganz kapiert haben. Ich mein, vom Brüderle kann man nicht viel anderes erwarten… Und immerhin hat der Verplapperer ja auch unter Freunden des BDI stattgefunden. Das so etwas dann publik wird, wer kann das ahnen? Lustig ist es aber schon, dass von einem Protokollfehler gesprochen wird, wenn Brüderle einmal ehrlich war. ;)

Nein, auch in der Union selber scheint sich nun bei einigen Leute sich das christliches Gewissen (“Du sollst nicht lügen” ist immerhin eines der 10 Gebote, das wir Christen vom Judentum geerbt haben) zu regen und sie geben ehrlich zu, dass sie diesen Atomausstiegsquatsch
immer noch doof finden. Nun steckt die Kanzlerin ganz schön in der Klemme. Dort ein Volk, dass zu hundertausenden auf die Straße geht und immer mehr Gebiete den Grünen-Chaoten vor die Füße wirft und da eine Partei von alten Sturköpfen, die nichtmal für 3 Monate in die gleiche Richtung Lügen können. Und dann fordert Heiner Geißler auch noch einen Volksentscheid… In der Haut von Merkel möchte ich im Moment wirklich nicht stecken. Wer jetzt immer noch schwarz gelbe Atomkraft wählen will, dem sei das folgende Video sehr ans Herz gelegt:

 

In diesem Sinne: Good night and good luck. ;)

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