Das Griechenland-Argument in der Flüchtlingsfrage

Es gibt ja immer wieder Menschen, die Flüchtlinge hier nicht gerne sehe und diese lieber „in ihrem Land“ belassen würden. Dazu sollen dann die Bedingungen in diesen Ländern verbessert werden. Wenn man dann mal nachfragt, was genau diese Menschen denn für die Situation in diesen Ländern tun würden, kommt meist nur ein abfälliger Kommentar über viel zu hohe Entwicklungshilfe oder ähnliches und das war’s dann. Offensichtlich soll sich die Situation bessern, nur weil man das will…

Was man grundsätzlich von dem Argument halten kann und wie wenig eben passiert, haben die Tagesthemen hier mal dargestellt. Es passiert nicht viel. Geld gibt es auch nicht. Weder NGOs noch die staatliche Entwicklungshilfe hat genug Geld um den Menschen in Syrien zu helfen.

Oft die gleichen Menschen sind im Bereich der EU Finanzkrise schon immer der Meinung gewesen, dass Griechenland „sofort sparen“ muss, auch wenn jeder ökonomische Verstand dagegen spricht, dass ein Staat in einer Krise Ausgaben kürzt. Der Grund ist dort immer, dass später „der Druck“ weg wäre und dann doch wieder nicht gespart würde.

So unangenehm und zynisch ich dieses Argument in der Finanzkrise sehe, so real scheint es doch in der Flüchtlingspolitik zu sein. Denn ohne den Druck, dass Flüchtlinge bei den Deutschen vor der Tür stehen, interessiert sie die Situation in den Herkunftsländern recht wenig. Insofern wäre die Schlussfolgerung des Griechenlandarguments in der Flüchtlingsfrage: Lassen wir sie alle rein und sehen uns damit gezwungen uns um sie zu kümmern. Sonst wird sich die Situation in den Ländern, aus denen Menschen fliehen nicht ändern.

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Über Achim

Ich bin in Bad Godesberg auf das Konrad Adenauer Gymnasium gegangen und habe dort 2002 mein Abitur gemacht. Danach habe ich in Bonn Informatik studiert und habe den Studiengang 2008 mit Diplom abgeschlossen. Im Moment bin ich in der Forschung tätig. Außerdem bin ich einer von zwei Gründern von Tratschtante.de und im Moment hier der einzig aktive Schreiberling.