Dirk Niebels Abschiedsgeschenk

Dirk Niebel war ja nie ein sehr fähiger Politiker… ich würde ihn eher als einen der größeren Sargnägel der FDP bezeichnen wollen. Vielleicht nicht mit bei den prominentesten, aber verlässlich dabei zu versagen. Leider war ja die FDP an der letzten Regierung beteiligt. An alle, die gedacht haben, das macht nichts, die können ja höchstens hier was kaputt machen und dann räumen wir das wieder auf: Leider weit gefehlt. Dirk Niebel hat uns, sich und seinen Nachkommen1 ein Abschiedsgeschenk von globaler Größe hinterlassen: Die Zerstörung eines wichtigen Nationalparks in Ecuador für die Suche nach Öl. Ein Präzedenzfall, so zu sagen.

Die Leute in Ecuador hätten gerne ihre Natur behalten, aber, da sie aber auch von irgendetwas leben wollen, wollten sie einen Deal machen. Sie fördern das Öl in diesem wunderschönen Fleck Erde nicht, was dadurch nachhaltig zerstört werden würde2, wollen dafür aber die Hälfte des „Verdienstausfalls“. Dabei waren sie noch fair und sind vom heutigen Ölpreis ausgegangen, der ja durchaus noch steigen wird, da Öl ja nicht nachwächst. Das wäre eine elegante Lösung für den Klimawandel3 und eine faire Lastenverteilung gewesen. Immerhin befeuern wir den Klimawandel schon mehr als ein Jahrhundert, während Ecuador da im Vergleich noch nicht so viel beigesteuert hat.

Dirk Niebel hat die deutsche Beteiligung daran gestoppt, die als symbolisch für weitere Nachzügler angesehen wurde. So als Klimaschutzvorkämpfer und Weltretter4. Am schönsten ist die Begründung: Er wollte keinen Präzedenzfall schaffen5. Das heißt auf gut Deutsch: Er weiß, dass wir schuldig sind und eigentlich was auf den Tisch legen sollten, will aber, dass keiner das Recht dazu hat was zu verlangen. Super. Gut, dass dieser Typ mit seiner Versagerpartei in der Versenkung verschwunden ist. Jetzt bräuchten wir nur noch eine echte liberale Partei, die sich in erster Linie um Bürgerrechte kümmert, statt diese im Zweifel zu verkaufen.

 

 

Fußnoten:

  1. So er denn welche haben sollte, bei der Kurzsichtigkeit kann man sich das eigentlich nicht vorstellen []
  2. Das ist leider so. Öl ist fieses Zeug. Und beim Fördern schlabbern die Unternehmen da ganz schön viel mit rum. Da hat man sehr viel tote Erde, wenn die mal fertig sind. []
  3. Denn es gibt ja noch einiges Öl was nicht gefördert wurde und der Konsens in der Wissenschaft ist, dass man den Klimawandel am besten abschwächen kann, wenn man das meiste von dem Öl da lässt, wo es ist und gar nicht erst fördert, es also auch nicht verbrennt. Deshalb starten die Ölfirmen ja so viele Kampagnen, die haben ja für Milliarden die Förderrechte für das Öl erstanden, die mit solchen Plänen wertlos würden []
  4. Was aber ja mit Merkel an der Spitze von Deutschland eh nicht mehr so wichtig ist. []
  5. Was er aber de facto doch getan hat, halt nur „anders rum“ []
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Über Achim

Ich bin in Bad Godesberg auf das Konrad Adenauer Gymnasium gegangen und habe dort 2002 mein Abitur gemacht. Danach habe ich in Bonn Informatik studiert und habe den Studiengang 2008 mit Diplom abgeschlossen. Im Moment bin ich in der Forschung tätig. Außerdem bin ich einer von zwei Gründern von Tratschtante.de und im Moment hier der einzig aktive Schreiberling.