IWF bestätigt Tod des Neo-Liberalismus

Huch.. da hat der IWF doch glatt den Neoliberalismus begraben:

Erst im Januar dieses Jahres hat der Internationale Währungsfonds – üblicherweise linker Ideen völlig unverdächtig – in einer neuen Studie festgestellt, dass Volkswirtschaften mit einer verhältnismäßig gleichen Einkommensverteilung schneller wachsen als jene mit größeren Ungleichheiten.

Das ist aber jetzt ärgerlich. Denn die wichtigste Grundidee des Neoliberalismus ist, dass die Ungleichheiten möglichst hoch sein müssen, weshalb jede staatliche Einmischung in den „Arbeitsmarkt“ oder gar Umverteilungen Gift sind. Nur so würden die, die weniger haben dazu animiert sich anzustrengen um mehr zu haben. Klingt auf den ersten Blick auch halbwegs logisch. Das Problem: Motivation funktioniert so nicht. Nebenbei ist das natürlich noch völlig Menschenverachtend1. Insbesondere sind Ungleichheiten dann schädlich, wenn es keinen Weg gibt diese zu überwinden. Das ist in Deutschland durchaus der Fall, Stichwort: Durchlässigkeit des Bildungssystems.

Da bleibt nur die Frage, wann diese Erkenntnis bei der deutschen, von der Finanzkrise leider völlig unberührten, Ökonomenzunft ankommt oder die Politik sich von dieser los sagt und etwas Sozialstaat wagt um das Wirtschaftswachstum nicht zu gefährden.

 

Fußnoten:

  1. Nicht umsonst sagt man der FDP immer eine gewisse „soziale Kälte“ nach und auch die marktradikale AfD wird da nicht drum herum kommen und das völlig zu recht. Man hat auch das Gefühl, dass sie sich ein bisschen darüber freuen. []
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Über Achim

Ich bin in Bad Godesberg auf das Konrad Adenauer Gymnasium gegangen und habe dort 2002 mein Abitur gemacht. Danach habe ich in Bonn Informatik studiert und habe den Studiengang 2008 mit Diplom abgeschlossen. Im Moment bin ich in der Forschung tätig. Außerdem bin ich einer von zwei Gründern von Tratschtante.de und im Moment hier der einzig aktive Schreiberling.

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