Willkommenskultur? Nicht in Deutschland

Nachdem Anfang des Jahres ein paar hundert Menschen im Mittelmeer ertrunken sind, hatte man eine Zeit lang das Gefühl, es gäbe ein gewisses umdenken und „Ausländer“ würden nicht mehr zu Todfeinden stilisiert, insbesondere dann, wenn sie als Flüchtlinge wie eine „Flut über uns herein brechen“ (oder so). Auch glaubte man im Hinblick auf die Bevölkerungsentwicklung und Rentengeschenke hätten endlich eine Großzahl der Entscheider in diesem Land (wählende Bevölkerung explizit eingeschlossen) kapiert, dass man „Ausländer“ tatsächlich brauchen könnte… so als Arbeitskräfte.

Das scheint jetzt aber wohl vorbei zu sein1. Zum einen versucht unsere Regierung gerade eine Gesetzesänderung vorzubereiten, die alle Flüchtlinge sofort in den Knast befördert. Entweder in Abschiebehaft, falls sie ihren Pass noch dabei haben oder erklären können, wie sie hier hingekommen sind oder eben direkt für Länger in den Knast, falls sie das nicht können2. Praktisch, oder? Übrigens sagt der Innenminister, dass damit nur „gelebte Praxis“ endlich in Recht gegossen wird.3

Dazu passt dann auch, dass man die Integrationslotsin in Berlin Treptow-Köpenick abschieben will. Warum? Verdient zu wenig.4 Logisch ist das schon. Wenn man eh alle einsperrt, die hier potentiell bleiben könnten, braucht man natürlich keine Integrationslotsen, sondern größere Gefängnisse. Und das auch nur kurzfristig, denn die Deutschen sterben ja aus. So löst sich alles von alleine. *seufz*

 

Fußnoten:

  1. womit sich wieder zeigt, wie viel macht die Rechtspopulisten jetzt schon haben, auch wenn sie nicht im Parlament sitzen []
  2. Gilt dieser Aufenthalt in Haft dann eigentlich als weitere Ausweisungsgrund? []
  3. Und solche Menschen nennen sich Christen… es empfiehlt sich echt die Kommentare von denen durch den Kopf gehen zu lassen. Flüchtlinge werden in der Union wie defekte Ware behandelt, bei denen man sich ein paar gute Stücke rauspicken kann und den Rest möglichst schnell irgendwo entsorgen will. Ähnliches wünscht sich im Moment auch die AfD. []
  4. Kaum überraschend, sie ist ja auch in einem öffentlich geförderten sozialen Projekt angestellt. Natürlich verdient die da nichts. []
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Über Achim

Ich bin in Bad Godesberg auf das Konrad Adenauer Gymnasium gegangen und habe dort 2002 mein Abitur gemacht. Danach habe ich in Bonn Informatik studiert und habe den Studiengang 2008 mit Diplom abgeschlossen. Im Moment bin ich in der Forschung tätig. Außerdem bin ich einer von zwei Gründern von Tratschtante.de und im Moment hier der einzig aktive Schreiberling.