Android verpetzt Tethering

Ich mag ja Android nicht wirklich, daher erstmal: Hahaha. Hat das großartige offene, freie, freundliche Googel doch wieder mit den Netzbetreibern gemeinsame Sache gemacht und sich vor den Karren spannen lassen. Worum geht es?

Tethering1 erlaubt es mit einem z.B. Smartphone einen WLAN Hotspot aufzumachen den dann ein anderes Gerät, z.B. Laptop, Tablet, Smartphone, nutzt um ins Internet zu gehen. Die Netzbetreiber mögen das nicht. Warum ist völlig unklar. Es wird immer irgendwas von Datenmenge gejammert… aber das Argument ist völlig hinfällig, da man ja immer nur Datenpakete bekommt und so gut wie gar keine wirklichen Flatrates im Mobilfunk. Also kann sich der Netzbetreiber doch nur freuen, wenn ich mein teures Datenpaket mit mehreren Geräten auf einmal verballer und nachkaufen muss (oder in die Steinzeit gedrosselt werde)2. Naja… egal.. die wollen das eben nicht. Problem: Normalerweise können die überhaupt nicht erkennen, ob man Tethering macht, oder nicht3, weshalb man das ohne schlechtes Gewissen haben zu müssen einfach trotzdem machen konnte und alles ging. Jetzt (oder besser: schon vor einiger Zeit) hat Google wohl Android beigebracht Tethering beim Netzbetreiber zu petzten. Wobei petzen, AFAIK, eher falsch ist… es ist eher so, dass Tethering einfach nicht funktioniert, weil es absichtlich mit „anderen“ Einstellungen läuft.

Das ist sehr gemein von Google. Vor allem fragt man sich, was Google von dieser Kooperation hat? Nur noch ein Grund mehr für mich, diese verkorkste Plattform zu meiden… Wobei es schon schlimmer wiegt, wie Google hier OpenSource Code ausnutzt aber gleichzeitig die Nutzung von Android ohne Google eigenen Code sabotiert.

 

Fußnoten:

  1. von englisch to  tether = anleinen []
  2. Dabei stellt sich mir immer wieder die Frage, ob GPRS Datenübertragung auf das Datenvolumen angerechnet wird, oder nicht. Ich vermute, das schon. Das ist etwas skuril… im schlimmsten Fall kann man dann einen Großteil seines Volumens in einem Gebiet ohne UMTS Abdeckung mit langsamer GPRS Verbindung verbrauchen und wird dann, bei der Rückkehr in die UMTS-Zivilisation direkt wieder auf GPRS Geschwindigkeit gedrosselt… Ich hab das allerdings bisher nicht ausprobieren können. []
  3. Ok,ok… es gibt statistische Verfahren die anhand der Paket-Timings oder Port-Verteilung rausfinden können oder wollen, ob es sich um mehr als ein Gerät handelt usw… aber das ist aufwendig und macht man normalerweise nicht. []
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Über Achim

Ich bin in Bad Godesberg auf das Konrad Adenauer Gymnasium gegangen und habe dort 2002 mein Abitur gemacht. Danach habe ich in Bonn Informatik studiert und habe den Studiengang 2008 mit Diplom abgeschlossen. Im Moment bin ich in der Forschung tätig. Außerdem bin ich einer von zwei Gründern von Tratschtante.de und im Moment hier der einzig aktive Schreiberling.