Mietpreisbremse verschärft das Problem statt es zu lösen

In manchen deutschen Großstädten sind die Mieten sehr hoch. Da haben sich ein paar Politiker gedacht, dass man da doch endlich mal was tun müsste („Wann denkt mal endlich jemand an die Kinder???“), ohne sich darüber Gedanken zu machen, warum denn die Mieten so hoch sind. Es ist ja nicht so, dass ein paar reiche Schnösel einfach aus Spaß hohe Mieten zahlen. Reiche Schnösel sind meist knausrig und versuchen immer Preise zudrücken, egal worum es geht. Es gibt einfach nur, im Vergleich zur Nachfrage, so wenige Wohnungen in diesen Städten, dass der Vermieter hohe Preise verlangen kann. Er kann sich den Mieter aussuchen, der ihm die höchste Miete zahlt und auch sonst am unproblematischsten erscheint.

Das eigentliche Problem ist, dass es eben in den Städten zu wenig Wohnraum gibt. Wenn man jetzt die Mietpreise künstlich begrenzt, also die Rendite von Wohnimmobilien senkt, dann werden noch mehr Vermieter überlegen, ob sich ihre Immobilien nicht auch für Gewerbe eignen, womit dann zwar das Risiko steigt, aber die zu erzielende Miete ebenfalls. Außerdem werden ähnliche Überlegungen bei Neubauten angestellt werden. Niemand investiert einfach aus Spaß in Wohnhäuser.

Das ursprüngliche Problem lässt sich so jedenfalls nur verschlimmern. Wahrscheinlich muss man in Großstädten einfach damit leben, dass Mieten in guter Lage hoch sind. Es ist ja auch nur begrenzt Platz da. Natürlich wäre ein Ausweg die Städte flächendeckend mit Hochhäusern zu zupflastern, aber will man das wirklich? Besser ist vielleicht vernünftig in den ÖPNV1 zu investieren und die Preise angemessen zu gestalten2). Dann macht es nicht mehr viel aus, wenn man außerhalb wohnt und vielleicht kehrt sich der Trend dann auch wieder etwas um und manch reicher Schnösel zieht lieber in die ruhigen Außengebiete als in die laute Innenstadt. 😉

Wohnungsneubaten in Düsseldorf. By CP (INTERBODEN) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Wohnungsneubaten in Düsseldorf. By CP (INTERBODEN) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

 

Fußnoten:

  1. ÖPNV, weil man ja auch nicht die ganze Zeit mit dem Auto im Stau stehen will. Da ist Bahn / Zug fahren doch deutlich angenehmer, wenn man ein ordentliches System hat. Siehe z.B. London, Paris, New York. Das negativ Beispiel wäre Los Angeles []
  2. z.B. kostenlos für Anwohner, da die über ihre Steuern eh schon dafür zahlen oder sowas ; []
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Über Achim

Ich bin in Bad Godesberg auf das Konrad Adenauer Gymnasium gegangen und habe dort 2002 mein Abitur gemacht. Danach habe ich in Bonn Informatik studiert und habe den Studiengang 2008 mit Diplom abgeschlossen. Im Moment bin ich in der Forschung tätig. Außerdem bin ich einer von zwei Gründern von Tratschtante.de und im Moment hier der einzig aktive Schreiberling.

2 Gedanken zu „Mietpreisbremse verschärft das Problem statt es zu lösen

  1. DKM

    Die Mietpreisbremse ist eigentlich auch nur ein Geschenk an die mittel- bis gutsituierten. Es ist ja nicht so als ob ein Vermieter jetzt die Bewerber nehmen würde, die sich die Miete jetzt gerade so leisten können. Er nimmt doch wie bisher die, die viel Geld/Sicherheit haben… nur dass die dann weniger Miete zahlen müssen.
    Das könnte sogar den ein oder anderen mit mehr Geld in die Stadt locken und das Problem noch mehr verschärfen.

  2. Achim Beitragsautor

    Ja, genau.. es kommen dann schnell noch andere Aspekte außer der Miete, die eine Rolle spielen… schon heute ist es ja üblich eine Schufaauskunft o.ä. zu verlangen, obwohl der Vermieter das eigentlich gar nicht darf… aber wer die nicht liefert, bekommt die Wohnung einfach nicht…
    Da kann man sich natürlich noch mehr Dinge zur Auswahl überlegen, z.B. keine Kinder, keine Haustiere, keine Partys … alles am besten noch im Mietvertrag unterschrieben. 😉

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