Medien Hypes um Hitler-Vergleiche und Homosexuelle

Ich muss sagen, dass ich mir die Berichte zu Schäubles Hitler-Vergleich nicht wirklich angeguckt habe. Der Hauptgrund ist, dass diese hysterischen Vergleichs- oder Zitat-Meldungen meistens völlig an den Haaren herbei gezogen sind und etwas belangloses mit Gewalt aufpumpen wollen. Normalerweise um dem angeblich zitierten zu schaden.

Lynch Mob, von James Drummond (1816-1877) [Public domain], via Wikimedia Commons

Lynch Mob, von James Drummond (1816-1877) [Public domain], via Wikimedia Commons

Mein Gefühl scheint mich diesmal nicht getäuscht zu haben. Ich wusste gar nicht, dass da Schüler bei anwesend waren. Naja, die haben jetzt wenigstens gelernt, wie wenig man solchen Hypes trauen kann. Gerade, wenn mal wieder Hysterie herrscht, sollte man lieber ein paar Tage abwarten und dann mal gucken, welche Mücke da wieder zum Elefanten gemacht werden sollte.

Ein weiteres Beispiel für solche Hysterie ist die Geschichte um Brendan Eich, den ehemaligen Vorsitzenden der Mozilla-Stiftung. Der ist zurück getreten nachdem er als Schwulenhasser in Verruf kam. Warum? Weil er mal vor ein paar Jahren eine Spende an eine politische Initiative gemacht hat, die sich gegen die Schwulenehen richtete. Das allein ist schon etwas dünn für einen solchen Hype und einen darauf folgenden Rücktritt. Nun kommt raus, dass einer der Initiatoren und gefeirnden Mistgabelträger so ziemlich dasselbe gemacht hat. Hier zeigt sich dann leider auch, dass das Web 2.0 keinen Deut besser ist als die klassischen Medien.

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Über Achim

Ich bin in Bad Godesberg auf das Konrad Adenauer Gymnasium gegangen und habe dort 2002 mein Abitur gemacht. Danach habe ich in Bonn Informatik studiert und habe den Studiengang 2008 mit Diplom abgeschlossen. Im Moment bin ich in der Forschung tätig. Außerdem bin ich einer von zwei Gründern von Tratschtante.de und im Moment hier der einzig aktive Schreiberling.

2 Gedanken zu „Medien Hypes um Hitler-Vergleiche und Homosexuelle

  1. DKM

    HAHAHA. Das mit dem Sam Yagan hab ich gar nicht mitbekommen. Schon ziemlich übel mit diesem Thema eine PR Aktion zu machen. Ich bin jetzt auch nicht begeistert, dass Brendan Eich so eine Gesetzesvorlage unterstützt, aber das ist nun einmal sein gutes Recht und der Kunde muss halt schauen, ob er weiterhin der Firma vertraut.
    Der Fall hat wirklich erstaunlich viele Parallelen zum Schäublevergleich. Die Zeitungen brauchten mal wieder was zum Schreiben und Schäuble wird da immer wieder gern genommen… mal als Euroretter und mal als Freiheitsfeind. Das Meiste ist sicher irgendwo berechtigt, aber wird wirklich ganz schön aus den Proportionen geworfen… und in dem Fall hier wirklich nur an den Haaren herbei gezogen.
    Ich frage mich oft, warum Politiker so blöd sind und Hitlervergleiche anstellen… die kommen immer negativ zurück. Manche tuen das sicher auch…. und das mit Dummheit und weil sie denken, damit ihren Ansichten Nachdruck verleihen zu können. Personen des öffentlichen Lebens halten Worte wie „Hitler“, „Nazi“ und „Holocaust“ für Mittel der . Und die Presse greift das dankend auf. Man muss schon extrem vorsichtig sein, damit man am Ende nicht blöd da steht.
    In Zukunft werde ich mir aber mehr den Kontext anschauen in dem die Presse von einem „Vergleich“ spricht.

    1. Achim Beitragsautor

      Naja, in den USA ist das mit den Spenden noch etwas anders als bei uns. Da spenden gerade so eher „öffentliche“ Personen viel mehr. Daher wäre für die Einschätzung von Brendan Eichs Einstellung interessant, wie viel der sonst so an andere Initiativen gespendet hat. Die eine Spende schon ein paar Jahre her und nur 1000$ deutet eher darauf hin, dass das ein Ausrutscher war. Ist zumindest mein Gefühl… sonst hätte man da ja viel mehr finden müssen.

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