Bloß kein Druck in der Flüchtlingspolitik

Gerade wird einmal wieder über Flüchtlinge diskutiert. Die Aufnahme von Flüchtlingen wird aber wohl weder vereinfacht noch in Europa gerechter verteilt werden. Das Argument gegen die Aufnahme von mehr Flüchtlingen ist meist, dass man doch lieber die Bedingungen im Ausgangsland verbessern sollte, dann müssten die armen Menschen ja gar nicht fliehen.

Mir leuchtet allerdings nicht ein, warum das ein Argument gegen die Aufnahme von mehr Flüchtlingen sein soll und nicht dafür. Wenn man viel mehr (im Sinne von alle, die wollen) Flüchtlinge aufnehmen würde, würde doch der Druck etwas in den Ursprungsländern zu ändern und so die Rückkehr der Flüchtlinge zu ermöglichen bzw. die weiter Flucht zu verhindern deutlich steigern. Mit der gleichen Argumentation wird ja auch Griechenland ständig wieder zurück in die Rezension geschubst.

Warum sollte also das Druck-Argument für z.B. deutsche Politiker nicht gelten? Es ist ja nicht gerade so, dass aus Regierungskreisen gerade viele Lösungsvorschläge für Syrien oder andere Krisenherde kommen. Offensichtlich ist also der Druck sich damit zu beschäftigen nicht groß genug. Ein paar hundert Tote im Mittelmeer werden das wohl auch nicht ändern… Wenn hier die Kosten für Asylbewerber in die Höhe schnellen, könnte es allerdings ein umdenken geben.

Andererseits kann man sich, wenn man an die 90er zurück denkt, natürlich auch vorstellen, was dann als erste passiert… die einfachen und schnellsten Lösungen sind leider auch die schlechteren. Und für die komplizierteren und langfristigen Lösungen scheint unserer Politik im Moment das Interesse oder die Energie zu fehlen. Mehr Tote im Mittelmeer sind sicher.

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Über Achim

Ich bin in Bad Godesberg auf das Konrad Adenauer Gymnasium gegangen und habe dort 2002 mein Abitur gemacht. Danach habe ich in Bonn Informatik studiert und habe den Studiengang 2008 mit Diplom abgeschlossen. Im Moment bin ich in der Forschung tätig. Außerdem bin ich einer von zwei Gründern von Tratschtante.de und im Moment hier der einzig aktive Schreiberling.