Klimawandel – Ein paar Zahlen

Ein sehr pessimistischer guter Artikel zur Klimakrise. Für mich ist die erschütterndste Erkenntnis, dass alle relevanten Fakten seit gut 25 Jahren bekannt sind, sich bis heute an der grundsätzlichen Fahrtrichtung nichts geändert hat. Das kann ich übrigens durchaus bestätigen. Man gucke sich einmal die (extrem ausführliche) Anleitung zu dem 1993 erschienen Post-Apokalypse-Strategie-Adventure-Mix Burntime an. Dort wird der Klimawandel schon ausführlich erklärt. Und das ist ein Videospiel, nicht die neuste Wissenschaftszeitung!

Aber auch die Gegenüberstellung der Zahlen ist sehr gut gemacht. Kurz zusammen gefasst: Wir sollten 2° C Erwärmung der Erdatmosphäre nicht überschreiten (0.8° C haben wir schon). Dafür dürfen bis 2050 nur 596 Gigatonnen CO2 emittiert werden. 2795 Gigatonnen CO2 liegen in Form von Öl, Gas oder Kohle bei den Öl-, Gas- und Kohleunternehmen so rum (zum großen Teil noch unter der Erde) und sollen möglichst bald gefördert und verbrannt werden, damit der Wert (geschätzte $27 Billionen) auch realisiert werden kann. Jetzt ist halt das Problem, dass 2795 fast das fünffache der anvisierten Grenze ist. Es ist also klar, dass die Öl-, Gas- und Kohleindustrie eine hohes Interesse daran hat, dass der Klimawandel auch eintritt, was eben auch nach kräften verfolgt wird (Lobbyarbeit auf allen Ebenen der Politik, Bezahlung von Wissenschaftlern und PR Leuten, die Ergebnisse öffentlichkeitswirksam anzweifeln). Die einzigen, die dagegen halten können, die Bürger und die Verbraucher. Lustigerweise sind das die meisten Menschen beides… (Zur Erklärung, wie die Zahlen zustande kommen, sollte man den verlinkten Artikel lesen, das ist wirklich empfehlenswert).

In Anbetracht der unangenehmen erwarteten Effekte der Klimaerwärmung sollte jeder jeden Tag etwas dagegen tun, egal was. Das Argument „wenn nur ich etwas tue hilft das doch nicht“ zählt nicht, denn jeder ist nun einmal ein Teil von „jeder“. 😉 Im Endeffekt sollte jeder sich selber fragen, was ist, wenn es in ein paar Jahrzehnten richtig ungemütlich wird. Kann ich meinen aktuellen Lebensstil dann später vor meinem zukünftigen Ich oder gar meinen Kindern und Enkeln rechtfertigen? Kann das mein Gewissen verkraften? Das ist der springende Punkt und nicht, was „alle anderen“ machen.

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Über Achim

Ich bin in Bad Godesberg auf das Konrad Adenauer Gymnasium gegangen und habe dort 2002 mein Abitur gemacht. Danach habe ich in Bonn Informatik studiert und habe den Studiengang 2008 mit Diplom abgeschlossen. Im Moment bin ich in der Forschung tätig. Außerdem bin ich einer von zwei Gründern von Tratschtante.de und im Moment hier der einzig aktive Schreiberling.