Zivildienst war auch Zwangsdienst

Es gibt im Moment Bestrebungen die Ein-Euro-Jobs für Harz IV Empfänger einzuschränken. Dabei kam in der Debatte auch die Idee auf, die nun wegen Aussetzung der Wehrpflicht wegfallenden Zivildienstleistenden durch Langzeitarbeitslose zu ersetzen. Ob diese Idee nun Sinn macht, oder nicht, sei einmal dahi gestellt. Allerdings kommt aus dem Familienministerium dazu eine sehr merkwürdige Aussage:

Doch das zuständige Bundesfamilienministerium ist wenig begeistert davon, Hartz-IV-Empfänger die bisherige Arbeit von Zivildienstleistenden verrichten zu lassen. „Wir betonen, dass es im Bundesfreiwilligendienst um die Gewinnung von echten Freiwilligen geht und nicht um einen Zwangsdienst“, sagte ein Sprecher von Familienministerin Kristina Schröder (CDU). Gerade im sensiblen Dienst am Menschen seien Frauen und Männer nötig, „die das aus echter Überzeugung, mit Liebe und Engagement tun. Das geht nicht mit Zwang.“

Diese Aussage ist ziemlicher Quatsch… Wie viele der Zivildienstleistenden haben das denn wirklich freiwillig getan? Die wenigsten, denn sonst gäbe es nicht jetzt so ein Problem sie durch „echte Freiwillige“ zu ersetzen. Der Zivildienst war genauso ein Zwangsdienst, wie die Wehrpflicht. Nur weil man sich zwischen zwei Zwängen entscheiden kann, handelt man ja noch lange nicht freiwillig aus Spaß daran… 

Hier sollte man im Familienministerium noch einmal in sich gehen, ob man nicht echte Argumente auf Lager hat. 😉

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Über Achim

Ich bin in Bad Godesberg auf das Konrad Adenauer Gymnasium gegangen und habe dort 2002 mein Abitur gemacht. Danach habe ich in Bonn Informatik studiert und habe den Studiengang 2008 mit Diplom abgeschlossen. Im Moment bin ich in der Forschung tätig. Außerdem bin ich einer von zwei Gründern von Tratschtante.de und im Moment hier der einzig aktive Schreiberling.