Das haben wir immer so gemacht… (Kirche und Staat)

Spiegel-Online hat in der aktuellen Spardebatte ein schönes Thema aufgegriffen. Es geht in dem Artikel darum, dass der Staat die christlichen Kirchen in Deutschland insgesamt mit 442 Millionen Euro im Jahr unterstützen, da sie Gehälter von Bischöfen und ähnlichem zahlen. Leider tut das ganze zur aktuellen Sparrunde der Bundesregierung nicht viel zur Sache, da dieses Geld, aus den Haushalten der Bundesländer geht.

Trotzdem ist dieser Artikel ganz nett zu lesen und die Sache an sich ein sehr gutes Beispiel für die Sinnlosigkeit des beliebten Totschlagarguments „Das haben wir schon immer so gemacht“ (bzw. sein negativer Bruder: „Das tut man eben nicht“). Denn die Bischöfe werden seit 1803 aus den Länderkassen bezahlt, mit der Begründung, dass damals die Kirchen enteignet wurden, also quasi als Entschädigung. Nur hat sich damals leider keiner Gedanken um eine Laufzeit gemacht und auch heute denkt niemand daran, dass diese Entschädigungssumme vielleicht langsam einmal abgegolten ist. Nein… es werden jedes Jahr hunderte Millionen an die Kirchen überwiesen, ganz unabhängig von den Milliarden Kirchensteuer. Damit zahlen auch alle nicht Christen (ob nun bekennende Atheisten, Juden, Moslems, etc. oder einfach nur vielleicht aus Kostengründen ausgetretene Christen) für die deutschen Bischöfe. Und warum das ganze? Hat man halt immer schon so gemacht, muss also irgendwie richtig sein.

Was das wieder über den Sumpf der Verquickungen von Kirche und Staat in Deutschland heißt, darüber lass ich mich erst gar nicht aus… dazu ist mir das Wetter zu schön im Moment. Weitere Gelegenheit sich darüber aufzuregen gibt es sicherlich. 🙂

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Über Achim

Ich bin in Bad Godesberg auf das Konrad Adenauer Gymnasium gegangen und habe dort 2002 mein Abitur gemacht. Danach habe ich in Bonn Informatik studiert und habe den Studiengang 2008 mit Diplom abgeschlossen. Im Moment bin ich in der Forschung tätig. Außerdem bin ich einer von zwei Gründern von Tratschtante.de und im Moment hier der einzig aktive Schreiberling.