Zu viel Asche in den Nachrichten

Aschewolke, überall die Aschewolke… mittlerweile geht sie mir auf die nerven. Nein, nicht weil ich irgendwohin fliegen müsste. Dann wäre meine Geduld wohl schon lange erloschen. Im Moment ist die Situation eher umgekehrt, sie geht mir auf die Nerven, da sie mich nicht wirklich betrifft. Weder plane ich im Moment eine Flugreise noch habe ich bisher irgendwelche verderblichen Güter vermisst, die nicht per Luftpost eintrudeln können.

Was mich nervt ist die Berichterstattung über die Aschewolke. Als Beispiel einmal alle zehn Themen, die momentan im Spiegel-Online RSS Feed „Topmeldungen“ stehen:

Man sieht: Alle beschäftigen sich mit der Aschewolke. Ich habe keinen der Beiträge gelesen. Warum nicht? Weil ich gestern schon die Nase voll hatte und mir eigentlich schon die Berichterstattung am Wochenende ausführlich genug war. Spiegel-Online steht da auch bei weitem nicht alleine da. Keine Nachrichten im Radio, in denen nicht die Aschewolke das erste Thema ist und vielleicht sogar später noch einmal eine Rolle spielt, wenn man sich über Rammsauer aufregt oder die Airlines jetzt unbedingt Staatshilfe brauchen. Sicher, die Topmeldungen von Spiegel-Online sind genau wie Radio-Nachrichten stark reduziert. Aber eben genau das ist das Problem: Sie sollten auf das wichtigste reduziert sein, aber nachdem die Aschewolke seit tagen bekannt ist, sehe ich sie kaum noch als „das wichtigste“ an.

Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass mich das ganze groß interessieren würde, wenn ich ein Reisender wäre, der irgendwo festsitzt. Dann würde mich wahrscheinlich auch nur eine Zeitabschätzung bis zum nächsten Flugzeug interessieren. Ob nun auf Sicht geflogen wird oder nicht… wer kann das von den „normalen“ Menschen entscheiden? Wenn die Piloten sagen, dass das nicht geht oder nicht sicherer ist, kann ich Ihnen das nur glauben. Wenn die Airlines sagen, es gäbe keinen Grund für eine solch harte Sperre des Luftraums, dann sollen sie doch ausgedehnte Testflüge mit ihren Flugzeugen unternehmen um diese Behauptung zu untermauern. Am allerschlimmsten waren die ständigen Meldungen über die Heimreise der Bundeskanzlerin… es gibt kaum etwas, was mich weniger interessiert, als die Berichte, wie die Kanzlerin einer Aschewolke ausweichen muss.

Albern ist die Behauptung, dass man sich in einer einzigartigen Ausnahmesituation befinde. Vulkanausbrüche und darauf folgende Aschewolken gab es schon immer und das auch regelmäßig. Wir in Europa sind lange davon verschont geblieben, aber dass es irgendwann wieder soweit kommen würde, das war klar. Pikant an der Situation ist höchstens, dass es schon länger Ideen zu einem Messnetz für Aschewolken und ähnliche Luftverunreinigungen gibt, diese Forderungen aber immer am Geldmangel gescheitert sind.((Wer aufgepasst hat, hat gemerkt, dass ich doch einen der zehn Beiträge gelesen habe… ;))) Außerdem gilt der Vulkan Eyjafjallajökull noch als eher klein. Der Nachbar Katla ist ebenfalls überfällig und ein Ausbruch von ihm wäre wohl deutlich stärker mit entsprechend stärkeren Folgen. Man kann nur hoffen, dass die Folgen für die deutschen Nachrichten-Landschaft dann nicht auch noch stärker werden.

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Über Achim

Ich bin in Bad Godesberg auf das Konrad Adenauer Gymnasium gegangen und habe dort 2002 mein Abitur gemacht. Danach habe ich in Bonn Informatik studiert und habe den Studiengang 2008 mit Diplom abgeschlossen. Im Moment bin ich in der Forschung tätig. Außerdem bin ich einer von zwei Gründern von Tratschtante.de und im Moment hier der einzig aktive Schreiberling.

3 Gedanken zu „Zu viel Asche in den Nachrichten

  1. Lebenssonde

    Dass dieses „aufregende“ Thema überall drin ist, ist auch nicht besonderes schlimm – jedes Blatt, jedes Onlinemagazin hat eigene Stammleserschaft. Und zumeist liest man nicht 100 verschiedene Quellen, die genau dieselben Themen bringen. Auch online lese ich auch nur eine begrenzte Anzahl von Blogs/Nachrichtenseiten. Mich stört das nicht, dass 1000 andere Seiten, die ich nicht lese über dasselbe berichten.

    Zum anderen haben die meisten magazine dieselbe Quelle – Nachrichtenagenturen. Und die Seiten müssen mit irgendetwas gefüllt werden, sonst verdient man kein Geld.

    Was mich aber stört, dass die Berichterstattung so sehr fade und oberflächig ist, dass man bloß die Schlagzeile zu lesen braucht und schon weiss man alles was in dem Artikel drin steht. Nur wenig Hintergrundinfos. Keine weitereeichende Informationen. Immer muss man sich diese von 100 anderen Seiten stückchenweise zusammensuchen und hinterher noch irgendwie auseinanderhalten, was richtig und was falsch ist.

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