Wer liest schon AGBs?

Der britische Onlinehändler Gamesation hat sich einen Aprilscherz erlaubt und in seinen AGB folgende Passage eingefügt:

„Mit einer Bestellung am ersten Tag des vierten Monats im Jahre des Herrn 2010 über diese Website, gewähren Sie uns eine nicht übertragbare Option auf Ihre unsterbliche Seele, für jetzt und immer. Wollen wir dieses Recht ausüben, erklären Sie, uns Ihre unsterbliche Seele, mit allen damit verbundenen Rechten, innerhalb von 5 (fünf) Arbeitstagen nach Eingang der schriftlichen Mitteilung von gamesation.co.uk oder einem seiner bevollmächtigten Diener zu übergeben“

Leute, die also am 1.4.2010 bei Gamesation eingekauft haben, haben dem Shop ihre Seele übertragen. Weiter unten in den AGBs gab es die Möglichkeit den Seelenhandel streichen. Das Ergebnis der Aktion war, dass nur 12% der Käufer dem Seelenhandel widersprochen haben. Man kann also davon ausgehen, dass der größte Teil der restlichen 88% der Käufer die AGB nicht gelesen haben.

Nun muss ich sagen, dass mir das sicherlich auch passiert wäre. Denn wer liest sich schon beim Online-Einkauf die AGBs durch? Insbesondere dann, wenn er schon einmal bei dem Shop bestellt hat? Da wäre man ja nur mit Lesen beschäftigt. 😉

Ich habe auch einmal den Spruch gehört „Lies niemals etwas, dem du eh zustimmen musst.“. Da ist ein wenig wahres dran: Wenn ich bei dem Onlinehändler einkaufen will (aus welchem Grund auch immer), werde ich gezwungen den AGBs zuzustimmen. Ob ich die dann gelesen habe, oder nicht, ist vollkommen egal. Wenn man einzelne Passagen streichen könnte, wäre die Sache schon anders, aber normalerweise ist das ja nicht der Fall, man muss die AGBs als ganzes akzeptieren.

Es stellt sich einem auch die Frage, wie viele Leute die AGBs von normalen Geschäften jemals gelesen oder überhaupt bewusst zu Gesicht bekommen haben. Diese hängen oftmals kleingedruckt in Kassennähe rum, so dass man schon den Betrieb an der Kasse aufhalten müsste, um dort einen längeren Blick drauf zu werfen. Ich denke da ist der Anteil an Onlinekunden, die AGBs „ihrer“ Onlinehändler zumindest einmal grob überflogen haben schon deutlich höher.

Außerdem werden Passagen in den AGBs, die sittenwidrig sind eh nicht angewendet, die Gefahr ist also nicht sooo groß. 😉

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Über Achim

Ich bin in Bad Godesberg auf das Konrad Adenauer Gymnasium gegangen und habe dort 2002 mein Abitur gemacht. Danach habe ich in Bonn Informatik studiert und habe den Studiengang 2008 mit Diplom abgeschlossen. Im Moment bin ich in der Forschung tätig. Außerdem bin ich einer von zwei Gründern von Tratschtante.de und im Moment hier der einzig aktive Schreiberling.