Paranioa der Datenschützer

Dass man mich nicht falsch versteht. Ich halte Datenschutz für etwas wichtiges und bin in der Hinsicht sehr froh hier in Deutschland zu leben. Wirtschaftliche Interessen sollten definitiv hinter den Datenschutz zurück gestellt werden. Auch zur Strafverfolgung sollte nicht alles erlaubt sein, bzw. die Hürden hoch genug sein um Missbrauch zu vermeiden.

Wenn festgestellt wird, dass Computer Spiele einen regen Datenverkehr zum Hersteller betreiben, kann man das zu Recht bemängeln. Schwieriger wird es, wenn man dann auch noch bemängelt, dass die Daten verschlüsselt sind, da das ja erst mal die Datensicherheit erhöht, sonst könnten ja „alle“ mitlesen, so kann es nur der Hersteller. Wenn man dann aber auch noch auf die Idee kommt, dass da Kontodaten übertragen werden, da muss man sich schon fragen, wie viel Paranoia hier wirklich angebracht ist.

Sicher erscheint es anrüchig, dass auch bei offline Spielen Daten zum Hersteller übertragen möchten. Aber seien wir ehrlich: gerade die Hersteller von PC Spielen leiden doch zum Teil sehr unter den Raubkopien und für viele Spielern ist das verwenden von Raubkopien etwas völlig normales (manches mal schlägt einem sogar Erstaunen entgegen, wenn man preisgibt, dass man ein Spiel gekauft hat ;)). Von der Wirksamkeit her sind Schutzmechanismen, die auf einen Server zurück greifen durchaus sinnvoll. Außerdem sind auch Achievments, die auf Servern gespeichert werden und auch von Freunden gesehen werden können, durchaus eine nette Bereicherung für ein Spiel und erhöhen die Motivation bestimmte Dinge zu erreichen.

Die Idee dem Hersteller zu unterstellen, dass er dabei Bankdaten ausspioniert verstehe ich nicht… der Hersteller will immerhin sein Spiel verkaufen, dass heißt, er benötigt ein gewisses Vertrauen, damit der Kunde das Produkt auch kauft. Sobald irgendjemand irgendwann einmal herausfindet, dass dort Bankdaten missbraucht wurden, kann der Hersteller doch dicht machen, da kauft doch keiner mehr. Insofern ist die Gefahr doch sehr gering, dass Bankdaten gesammelt werden (was will der Hersteller damit? Das Geld sollte er doch schon haben…) und auch, dass andere sensible Daten gesammelt und weitergegeben oder missbraucht werden, ist eher unwahrscheinlich, da der Aufschrei das Geschäft der Hersteller doch sehr beeinträchtigen würde.

Da halte ich andere Sachen, wie z.B. Googles Dienste, für die kein Geld von den Nutzern verlangt wird, für deutlich suspekter. Damit sind die Nutzer der Dienste auch nicht wirklich Kunden. Die eigentlichen Kunden sind die Werbekunden, die mit den Daten der Nutzern wirklich etwas anfangen können! Hier ist quasi der Missbrauch der Nutzerdaten eine natürlicher Vorgehensweise um den Gewinn zu maximieren und der Verdacht daher durchaus naheliegend. Bei den Computer-Spiele-Hersteller ist es eher umgekehrt, das Vergraulen von Spielern kostet direkt Geld und der Nutzen, der aus Daten gezogen werden könnte, wären zweifelhafte marktwirtschaftliche Erkenntnisse, da kommen bei mir ehrlich keine starken Verdachtsmomente auf.

Ich stehe ja auch auf Paranoia, aber manchmal ist es doch zu viel… 😉

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Über Achim

Ich bin in Bad Godesberg auf das Konrad Adenauer Gymnasium gegangen und habe dort 2002 mein Abitur gemacht. Danach habe ich in Bonn Informatik studiert und habe den Studiengang 2008 mit Diplom abgeschlossen. Im Moment bin ich in der Forschung tätig. Außerdem bin ich einer von zwei Gründern von Tratschtante.de und im Moment hier der einzig aktive Schreiberling.