Für höhere Spritpreise

Hort Köhler fordert einen noch höheren Spritpreis. Als Hauptargument sieht er dafür den Fakt, dass immer noch viel zu viel mit dem Auto gefahren wird und die Volkswirtschaft sehr vom Auto abhängt. So finden in Deutschland über 60% der Innovationen rein ums Auto statt. Der ADAC wirft Köhler dagegen vor unsozial den Pendlern gegenüber zu sein und dass der Staat eh schon viel zu viel am Benzin verdient.

Ich muss sagen, dass ich in dieser Frage ganz klar auf Seiten von Horst Köhler stehe. Die Kritik des ADAC zeigt nämlich genau das Problem: Jeden Tag pendeln Millionen von Menschen zum Teil erhebliche Strecken zur Arbeit und wieder zurück. Die allermeisten dieser Menschen sitzen dabei alleine in einem dicken Auto, das eigentlich für 4-5 Personen ausgelegt ist.

Kaum einer dieser Menschen hat sich jemals ernsthaft damit auseinandergesetzt, wie er zumindest einen Teil der Strecke mit ÖPNV zurücklegen kann oder ob er nicht mit anderen eine Fahrgemeinschaft gründet. Denn, wenn man sich die zugestopften Straßen während des Berufsverkehrs anguckt, dann ist ganz klar, dass sehr viele Leute sich einen großen Teil des Weges teilen. Warum fahren diese also nicht zusammen? Pure Faulheit.

Solange sich die ach so geschundenen Pendler über diese Fragen keine Gedanken machen, ist der Spritpreis noch viel zu niedrig (Ich glaube auch nicht, dass es mit 5DM, wie damals von den Grünen gefordert getan ist). Sinnvoll wären auch Fahrgemeinschaftsspuren auf Autobahnen, wie es sie in den USA gibt oder andere Anreize ÖPNV zu nutzen oder Fahrgemeinschaften zu bilden.

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Über Achim

Ich bin in Bad Godesberg auf das Konrad Adenauer Gymnasium gegangen und habe dort 2002 mein Abitur gemacht. Danach habe ich in Bonn Informatik studiert und habe den Studiengang 2008 mit Diplom abgeschlossen. Im Moment bin ich in der Forschung tätig. Außerdem bin ich einer von zwei Gründern von Tratschtante.de und im Moment hier der einzig aktive Schreiberling.

8 Gedanken zu „Für höhere Spritpreise

  1. Moses Beitragsautor

    Die Wirtschaft wird damit nicht lahm gelegt. Der Sinn der Ökosteuer ist Energie teurer zu machen und Arbeitskraft billiger => Mehr Arbeitsplätze, weniger Automatisierung. Daher laufen die Einnahmen der Ökosteuer ja auch in die sog. sozialen Sicherungssysteme und senken da die Prozentsätze ein wenig (Was leider zum Teil ausgehebelt wurde, weil einige Unternehmen die Ökosteuer fast komplett absetzen können).

    Klar, den Speditionen tut das weh… aber auch das hat einen positiven Effekt für die deutsche Wirtschaft: Die Speditionen müssen die Preise erhöhen, wodurch Transport teurer wird und ganz automatisch lokale Produkte aus dem deutschen Mittelstand (den ja alle fördern wollen) damit preislich direkt attraktiver werden.

  2. Stefan

    Es gibt in dem Fall der Pendler keine gerechte Lösung. Sicherlich benutzen viele von ihnen ihr eigenes Auto aus reiner Faulheit. Allerdings gibt es auch viele Pendler, die auf das eigene Auto angewiesen sind, weil sie entweder auf dem Land leben und keiner ihrer Kollegen in der Nähe wohnt (von öffentlichen Verkehrsmitteln ganz zu schweigen) oder sie zu ungewöhnlichen Zeiten unterwegs sind (Schichtarbeiter). Diese Leute wären von höheren Benzinpreisen überdurchschnittlich stark betroffen.

  3. Moses Beitragsautor

    Sicher, für alle eine gerechte Lösung zu finden ist nicht leicht. Aber es gibt noch einiges, was sich auch in den Köpfen der Menschen ändern muss. So ist z.B. der Spritverbrauch beim Autokauf in Deutschland immer noch eher zweitranging, wenn er überhaupt bedacht wird. Auch in der Werbung wird er nur von wenigen Firmen genutzt. Die Leute sehnen sich immer noch nach den „dicken Schlitten“ und schwärmen beim Anblick eher, als dass sie denken: „Der Idiot, was der an Sprit verbläst“. Das Auto ist in Deutschland eben ein Statussymbol und nicht nur Fortbewegungsmittel. Das muss sich ändern (denn der Spritpreis steigt ja nicht nur aufgrund der Steuern, sondern auch einfach wegen dem Fakt, dass irgendwann kein Öl mehr da ist) und das wird für einige sehr schmerzhaft sein. 😉

  4. Lebenssonde

    Moses, wenn ich auf einmal mehr für Lieferungen der Teile bezahlen muss, wie soll ich noch konkurrenzfähig im Vergleich zu ausländischen Firmen bleiben? Dann kann ich gleich alles dicht machen und meine Firma ins Ausland verlegen. Da habe ich billige Arbeitskraft UND billige Energie

  5. Guardian of the Blind

    @Lebenssonde:
    „Du vergisst, dass du damit die ganze Speditionen und smoit die ganze Wirtschaft lahmlegst.“
    Dies wird ja nicht lahmgelegt, sondern nur teurer. Dafür würde sich mehr Verkehr auf die Schiene verlagern – was aus ökologischen Gründen absolut zu befürworten ist.

    @ Moses:
    „Die Wirtschaft wird damit nicht lahm gelegt. Der Sinn der Ökosteuer ist Energie teurer zu machen und Arbeitskraft billiger => Mehr Arbeitsplätze, weniger Automatisierung.“
    Naja, der Zweck ja nicht wirklich weniger Automation (würde ich auch für äußerst schlecht halten), sondern mehr Energie aus regenerativen Quellen zu beziehen.

    Ich finde aber auch, dass du mit der Frage der Einstellung zu Autos da genau den Punkt trifft. Viel zu viele Leute verhalten sich da überhaupt nicht rational.

  6. Moses Beitragsautor

    Ja, der ÖPNV muss natürlich parallel dazu massiv ausgebaut werden. Es ist schon traurig, wie kompliziert das ganze mit dem ÖPNV manchmal ist.

    Daher sollte man eher Leuten, die mit dem ÖPNV anreisen seinen Respekt zollen, anstatt den Leuten, die mit den „dicken“ Autos vorfahren. Mit einem dicken Auto vorfahren ist nämlich extrem einfach im Vergleich zur Anreise mit dem ÖPNV. 😉

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