Nestlé benimmt sich gleich doppelt daneben

Greenpeace hat vor kurzem ein recht hartes Video veröffentlicht, indem sie Nestlé anprangern mit dem Palmöl, was sie einkaufen, die Vernichtung von Urwäldern und damit dem Lebensraum des Orangutan zu befördern. Greenpeace verurteilt Nestlé dafür immer noch bei einem umstrittenen Anbieter zu kaufen, was gerechtfertigt scheint, da die Konkurrenten unilever und Kraft ihr Palmöl mittlerweile von anderen Anbietern beziehen, die sich mehr um die Belange des Umweltschutzes kümmern.

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Trotzdem ist das Video meiner Meinung nach schon recht unappetitlich und würde sicherlich nicht so recht weit verbreiten. Nun hat aber Nestlé den größten Public-Relations Fehler begangen, den es zu begehen gibt: Sie versuchen Greenpeace mit Urheberrechtsbedenken gegen das Video mundtot zu machen. Diese Verhalten zeigt, dass man sich offensichtlich bewusst ist, dass man etwas unrechtes und und jetzt will man das ganze möglichst schnell vertuschen.

Zum Glück ist das aber in Zeiten des Internets nicht mehr so einfach und die „Netz-Community“ stellt sich dabei gerne auf die Seite des „Davids“, der vom übermächtigen Goliath bedroht wird. Das haben auch schon andere Firmen für ganz andere Dinge zu spüren bekommen, darunter z.B. auch so „gute“ Firmen wie Jack Wolfskin.

Insofern möchte ich an dieser Stelle dazu aufrufen Nestlé Produkte, falls möglich, zu vermeiden, insbesondere, wenn diese Palmöl bzw. Palmölfett enthalten. Es ist wichtig, dass der Konsument seine Macht über die Konzerne nutzt und diesen zeigt, dass sie sich nicht alles erlauben können, nur um ihre Margen zu erhöhen. Außerdem müssen solche dreisten Vertuschungsversuche auf’s schärfste bestraft werden.

Update

Mittlerweile hat Nestlé einen weiteren schweren Internet-PR Fehler begangen: Sie haben ihre Facebook Seite abgeschaltet, auf der es, verständlicherweise, Kritik gab. Man versucht weiter, die Kritik zu vertuschen, anstatt sich offen und ehrlich zu stellen. Nur wird diese Kritik im Internet natürlich nicht weniger, sondern entlädt sich nun unkontrolliert an anderen Stellen. Der PR-Schaden wird so nur noch größer. Das einzige, was helfen kann: Den Fehler zu geben und Besserung geloben, die man auch intensiv in die Tat umsetzt und offen darüber berichtet. Aber mit weiteren Vertuschungsaktionen wird das ganze nur noch schlimmer.

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Über Achim

Ich bin in Bad Godesberg auf das Konrad Adenauer Gymnasium gegangen und habe dort 2002 mein Abitur gemacht. Danach habe ich in Bonn Informatik studiert und habe den Studiengang 2008 mit Diplom abgeschlossen. Im Moment bin ich in der Forschung tätig. Außerdem bin ich einer von zwei Gründern von Tratschtante.de und im Moment hier der einzig aktive Schreiberling.