Gedanken zur Kopfpauschale

Die Kopfpauschale will einfach nicht in der Versenkung verschwinden. Da hat man in Deutschland extra eine große Koalition gewählt, damit die CDU ihre Version der Gesundheitsversorgung in Deutschland nicht realisieren kann. Und was passiert? Die CDU ist mittlerweile recht weit von dem Unfug entfernt und dann fängt die FDP damit an… Gut, vom Inhalt her, ist es jetzt nicht groß verwunderlich, dass sich die FDP die Kopfpauschale wünscht.

Wenn ich ehrlich bin, verstehe ich immer noch den Ansatz der Kopfpauschalen-Idee nicht. Das ursprüngliche Problem war, dass die Krankenkassen zu wenig Geld haben (oder zu viel Geld ausgeben). Wo liegt dann der Sinn, statt einem Beitrag, der vom Lohn abhängt, einen Beitrag einzuführen, der nicht vom Lohn abhängt? Wo diese Veränderung das Problem der leeren Kassen lösen soll, hab ich von Anfang an nicht begriffen und auch jetzt gibt es dafür keine Erklärung.

Das einzige, was sich durch die Kopfpauschale ändert, ist, dass die Kosten zwar gleichmäßig auf alle verteilt werden, damit aber „sozial ungerecht“, wie es so schön heißt. Es führt dazu, dass „Besserverdiener“1 massiv entlastet werden, wohingegen „Geringverdiener“2 mehr belastet werden, denn alle zahlen ja dasselbe und so bezahlen Leute mit einem niedrigeren Lohn mehr, als im aktuellen System und relativ zum Lohn gesehen, dann mit der Pauschale mehr als Leute mit einem hohen Gehalt.

Natürlich gibt es den „Sozialausgleich“, der Geringverdiener entlasten soll. Dabei ist allerdings noch lange nicht sichergestellt, dass niemand mehr als die jetzigen 14% zahlt (denn wo fängt das „Geringverdiener“ sein an? Und wie hoch wird die Pauschale?).

Der lieber Herr Rösler sieht allerdings im Sozialausgleich, der aus Steuermitteln finanziert werden soll, die ultimative Gerechtigkeit, da ja nun alle, auch die privat Versicherten, am Sozialausgleich beteiligt sind. Leider ist das Argument eher der ultimative Unfug… denn neben den privat Versicherten sind natürlich auch die Geringverdiener an den Steuern beteiligt und zahlen so ihren Sozialausgleich selber. Das klingt nach einer typischen FDP Lösung…

Röslers Argument, dass privat Versicherte nicht in die gesetzlichen Kassen einzahlen, ist natürlich richtig. Das lässt sich aber einfach beheben: Einfach die privat Versicherten auch in die gesetzlichen Kasse einzahlen lassen3. Und ganz plötzlich ist man bei der „Bürgerversicherung“ der SPD. Es war eigentlich nicht meine Absicht bei der SPD zu landen, aber leider muss ich sagen, dass ich dort allein durch logische Schlussfolgerungen gelandet bin, nachdem ich bei der Position von CDU bzw. FDP gestartet bin…

Auch mir ist natürlich klar, dass gerade eine schwarz gelbe Regierung niemals den privaten Krankenversicherungen ans Bein pinkeln könnte und sie quasi zu Zusatzversicherungen degradiert… daher kann ich nur darauf hoffen, dass Rösler sein Versprechen wahr macht und zusammen mit der (dann hoffentlich) gescheiterten Kopfpauschale endlich in der Versenkung verschwindet.

Alternativ kann mir natürlich auch mal jemand den Sinn hinter der Idee plausibel erklären und zeigen, wie dann alles besser wird… Aber ich fürchte, dass ich darauf ewig warten kann. 😉

 

Fußnoten:

  1. Ich hasse dieses Wort []
  2. Das Wort hasse ich mindestens genauso sehr… []
  3. Ihre privaten Versicherungen dürfen sie ja von mir aus bei behalten… []
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Über Achim

Ich bin in Bad Godesberg auf das Konrad Adenauer Gymnasium gegangen und habe dort 2002 mein Abitur gemacht. Danach habe ich in Bonn Informatik studiert und habe den Studiengang 2008 mit Diplom abgeschlossen. Im Moment bin ich in der Forschung tätig. Außerdem bin ich einer von zwei Gründern von Tratschtante.de und im Moment hier der einzig aktive Schreiberling.