Erwartungshaltung gegenüber Parteien

Im Moment sieht sich die FDP mit dem Vorwurf der Klientelpolitik oder gar der Käuflichkeit konfrontiert (siehe z.B. hier, hier oder hier), weil sie Spenden von über einer Millionen Euro aus dem Fink-Imperium erhalten hat. Dieses Firmen-Imperium betreibt in Deutschland einige Hotels, was zusammen mit der Tatsache, dass sich die FDP vehement für die ermäßigte Mehrwertsteuer auf Hotelübernachtungen eingesetzt hat, zurecht sauer aufstößt.

Interessant ist an der Geschichte allerdings, dass auch die CSU Spenden von fast einer Millionen Euro aus dem Fink-Imperium erhielt und sich ebenso hartnäckig für die angesprochene Mehrwertsteuer einsetzte. Vergleicht man die Berichte zu den Spenden, fällt einem auf, dass zwar alle Artikel auch die sehr ähnliche Situation bei der CSU erwähnen, die wenigsten jedoch auch ähnliche Vorwürfe an die CSU richten, sondern sich die meisten Autoren mit ihren Vorwürfen gezielt an die FDP richten.

Dieses Verhalten lässt eigentlich nur einen logischen Schluss zu: Von der CSU werden Klientelpolitik und Käuflichkeit erwartet. Da bleibt eigentlich nur noch die Frage, warum die Erwartungen an die FDP noch nicht so realistisch sind.

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Über Achim

Ich bin in Bad Godesberg auf das Konrad Adenauer Gymnasium gegangen und habe dort 2002 mein Abitur gemacht. Danach habe ich in Bonn Informatik studiert und habe den Studiengang 2008 mit Diplom abgeschlossen. Im Moment bin ich in der Forschung tätig. Außerdem bin ich einer von zwei Gründern von Tratschtante.de und im Moment hier der einzig aktive Schreiberling.