Wenn Abtreibung Mord ist…

Ein Gedankenspiel. Christen sind eher gegen Abtreibung. Die Begründung ist auch nicht ganz von der Hand zu weisen, denn nach der Argumentation entsteht das Leben beim Akt der Zeugung und ab da ist es Mord, wenn man das dann wieder “abschaltet”. Wann jetzt genau Leben beginnt, ist dabei eine philosophische Frage, die man entweder so oder anders beantworten kann. Die Konsequenz aus der Antwort, die von den Christen gewählt wurde, dass Abtreibung damit etwas verwerfliches ist, ist aber völlig logisch.

Die meisten “Islamkritiker” sind nennen sich Christen oder propagieren zumindest, dass man die “Christlich-Jüdische Kultur des Abendlandes” vor dem bösen islamischen Einfluss schützen müsste. Sieht man die Leute auch bei Protesten gegen Abtreibung? Vielleicht…

Müssten dann nicht die hier ganz klar als Mörder angeklagt werden? Denn sie haben ja das ungeborene Kind offensichtlich absichtlich getötet (es steht ja in dem Artikel, dass sie erst nach dem Bauch getreten haben, als die Frau schrie, dass sie schwanger ist). Natürlich wird das die “Islamkritiker” nicht stören, da es sich ja um Moslems handelt und die nach ihrer Anschauung eh jederzeit über den Haufen geschossen gehören. Aber irgendwie ist doch hier ein Knacks in der Ideologie, oder? *grübel*


Über Politik und Smartphones

In seinem Artikel zu den Protesten in Istanbul mit der Überschrift “Wir Greise haben uns in der Jugend geirrt“, schreibt Celil Oker:

Ich nahm an, sie würden sich nicht dafür interessieren, was in der Welt geschieht. Ich nahm an, dass sie keine anderen Welten außer ihren Smartphones kennen würden. Ich nahm an, dass sie nicht gerne lesen würden. Ich nahm an, dass ihnen das seit Jahrtausenden angesammelte kulturelle Wissen der Menschheit egal sei. Ich nahm an, dass sie sich für nichts interessierten, das sich außerhalb ihrer engsten Freunde und Verwandten abspielt. Ich habe mich geirrt. Und wie ich mich geirrt habe!

Und genau da liegt der Irrtum, den leider viele “Greise” begehen. Denn gerade die “Welt ihrer Smartphones” ist ja die ganze Welt. Damit hat die Jugend (aber auch der Greis, der sich der Technik nicht versperrt) Zugriff auf die ganze Welt. Auf alle Informationen der Welt. Auf alle Nachrichten aus aller Welt. Immer. Zu jeder Zeit. Er kann sogar die Politik diskutieren, während der Greis neben ihm nur teilnahmslos in den Fernseher starrt, sich von den Nachrichten berieseln lässt und den Jugendlichen neben sich für apolitisch hält. Ich denke dieser Irrtum wird auch noch den ein oder anderen westlichen Politiker überraschen.

Dass man so etwas immer noch lesen und hören muss… Die wirklich politisch interessierten Menschen kommen heute ohne Smartphone gar nicht mehr aus. Insofern kann man den Spieß nur umdrehen und den “Greisen” politisches Desinteresse vorwerfen. Und gleichzeitig noch mangelndes Interesse an ihren eigenen Kindern, da sie keine Ahnung haben, was diese mit ihren Smartphones und “ihrer Welt” so alles anstellen. :)


Geld auf dem Bankkonto = Kredit an die Bank

Wer sich schon immer mal gefragt hat, wie das mit der “Geldschöpfung” (also dem “in Umlauf bringen von neuem, auch virtuellem, Geld”) wirklich funktioniert und warum das “eigene” Geld auf dem Bankkonto ein Kredit an die Bank ist, den diese im Falle einer Pleite nicht zurück zahlen kann, dem sei der folgende Artikel bei Telepolis empfohlen: Endstation Zypern.

Denn es ist eben keinesfalls so, dass der Staat entscheidet, wann es wie viel neues Geld gibt und auch nicht so, dass die Bank das Geld der Kunden nur verwalten würde. Sehr spannend. :)

Eigentlich sollte es einem aber schonmal gedämmert haben, denn man bekommt ja für das Geld, was man bei der Bank hinterlegt auch Zinsen. Und wie wir in der “Staatsschuldenkrise” ja gelernt haben, ist die Höhe der Zinsen ein Indikator für das Risiko dem man sein Geld ausliefert. Insofern macht es ganz klar Sinn, dass jedes verzinstes Bankkonto eine mit Risiko behaftete Geldanlage sein muss.


Polizei als Abbild der Gesellschaft

Soso… da wäre es fast passiert. Ein militanter Salafist in der Polizei. Gut, dass Pro NRW Frontmann Markus Breivick ääähh… Beisicht den zum Attentatversuch provozieren konnte, so dass das aufgeflogen ist. Oder so. Andererseits… Wo ist das Problem, dass “so jemand” zur Polizei will? Die Polizisten, die dem Ku-Klux-Klan beigetreten waren, sind ja offensichtlich auch immer noch im Dienst, ohne nennenswerte Repressionen fürchten zu müssen. Und soll nicht die Polizei ein Abbild der Gesellschaft sein? Da wären neben den ganzen aufrechten deutschen Rechten und latenten Rassisten doch auch ein paar Rechte aus anderen Kulturkreisen angebracht (immerhin wollen ja Pro NRW und Salafisten beide vor “Überfremdung” schützen und den eigenen Splitter der Gesellschaft für den großen Kulturkrieg wappnen…).

Interessante Schlagzeilen jedenfalls. Bei PI & Pro NRW (oder was sonst noch) Knallen denn auch gerade die Sektkorken. Das hätten die sich selber nicht besser ausdenken können…

PS: Wer jetzt meint, militante Salafisten, die Menschenleben bedrohen und Pro NRW oder PI wäre doch irgendwie ne andere Stufe, der sollte mal hier lesen. Das die (noch) keine Gewalttaten organisieren halte ich für reine PR. Ziel ist doch ganz klar flächendeckende Vernichtung aller Andersdenkenden.


Philipp Rösler und Bildung

In einem Interview mit Zeit Online gab Philipp Rösler auf die Frage “Ist Deutschland ein ungerechtes Land?” folgende Antwort:

Rösler: Nein. Nehmen Sie unser Bildungs- und Ausbildungssystem, das ist viel besser, als es oft dargestellt wird. Auch im Vergleich zu jenen Ländern, die bei Pisa-Studien so gut abschneiden wie etwa Finnland. Dort gibt es ein vorbildliches Schulsystem, eine hervorragende Lehrerausbildung – aber anschließend ist die Jugendarbeitslosigkeit im Vergleich zu Deutschland mehr als doppelt so hoch. Darüber redet niemand. Objektiv betrachtet, ist Deutschland nicht ungerecht, das ist rot-grünes Wahlkampfgerede.

Also, was er sagt, ist im Prinzip, dass es in Deutschland viel fairer ist, da wir den Unterschichten-Kindern schon in der Schule sagen, wo sie hingehören…? Klar, wer sich bei so viel staatlicher Fürsorge schon früh für eine kriminelle Karriere entscheidet, beantragt dann auch später kein HarzIV und belastet die Statistiken nicht. ;) Unglaublich fair das System.

Der Rest ist übrigens auch lesenswert. Vor allem, wie er darum herum rudert, dass die FDP unbedingt mit einer CDU koalieren will, die allen liberalen Ideen (außer vielleicht dem Wirtschaftliberalismus) entgegen steht… putzig. :)